Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Biographie Agrippa's II.
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 534 (sequence 6)
- Language
- German
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534 Biographie Agrippa's II. Pinehas genannt wird, so ist das sicher als eine bittere Ironie aufzufassen. Merkwürdig ist bei letzterer Stelle, daß in Kerithoth 28 a sich die Lesart findet אלישמע בן פיכאי. Doch ist allem Anscheine nach der Name אלישמע nichts weiter als eine Transposition von ישמעאל, und פיכאי ist gewiß eine Corruptel ans פיאבי. Das ist Derenburg's H Ansicht, die, wie mir scheint, der von Graetz 2) entwickelten vorzuziehen ist. Letzterer meint nämlich, daß die Stellen in Pesachim und Kerithoth nach der Parallelstelle in Tos. Menachot emendirt werden müssen, in welcher nicht ישמעאל, sondern אלישע s) steht. Jsmael ben Pabi sei im Jahre I I Hohepriester gewesen und hier müsse sein Enkel Elisa gemeint sein. Aber kann nicht אלישע einfach ein Corruptel von אלישבע in Kerithot sein, und kann nicht unser Jsmael ebenfalls ein Enkel des Hohenpriesters zur Zeit des Tiberius sein? Doch nach kaum drei Jahren fiel auch dieser in Ungnade, weil er die Rechte des Volkes gegen Agrippa in Schutz genommen hatte und erhielt in Joseph ben Simon aus dem Hause K a b i einen Nachfolger (62 n. Ehr.). Aber dieser hielt nur noch viel kürzere Zeit, als sein Vorgänger aus, denn wir sehen seinen Nachfolger An an, einen Sohn des Ananias, der felber Hohenpriester gewesen war und fünf seiner Söhne den heiligen Dienst als Hohepriester hatte verrichten sehen, schon thätig, noch bevor Albinus, der Nachfolger des Festus in Jerusalem eingetroffen war. Und doch war Joseph erst kurze Zeit vor Festus' Tode ernannt worden. Daß dieser Anan ein Sad- ') a. a. O. S. 231. *) Frankel, Monatsschrift I, S. 586 folg. 3) Die in unseren Ausgaben (Tos. Menachot o. 13 gegen Ende) befindlichen Worte אוי לי מבית ישמעאל בן פאבי stehen daselbst außer allem Zusammenhange, und scheinen ein Randglossein gewesen zu sein, welches von einem Abschreiber in Rücksicht auf die Stelle in Pesachim gemacht wurde und später in den Text übergcgangen ist.