Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Etymologische Studien zur Kunde der rabbinischen Sprache und Alterthümer
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 515 (sequence 23)
- Language
- German
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zur Kunde der rabbimschen Sprache und Mterthümer. 515 Aruch sv. Stadtvorsteher, Bürgermeister, nach einer zweiten Erklärung des Aruch: Zolleinnehmer, städtischer Steuerbeamter scheint aus p. gizyah, ar. גויה Sterter gebildet zu sein, sar gazit oder sar gazäd ist nach Bull. II, 282 vectigal in capite impositum, quod Judaeis et Christianis imponunt. Der Erklärungsversuch in Hech. VIII, 117 sv. 5ווענא ist ganz haltlos. ב ובן Steuereinnehmer, pers. bäjbän, bäzwän, bäzbän. Ich habe darüber und über בי זיינא Douane, Zollhaus schon oben gesprochen. Ueber גמבה Dan. 2, 6 siehe Fürst WB. sv. — Der Bildungssylbe p, pers. bän (polnisch: pan Herr, der Ban von Kroatien, ungarisch: is-pän 1t. s. w. (siehe Pott etymol. Forsch. 11^, 241 ff.) werden wir noch in pTi,פרשתבינא ,מהבן und שושבין begegnen. — גבאי der Steuereinnehmer von dem spätbibl. גבה, ar. גבא Tribut erheben. ג ו ר פ ח י iit den Talmudeditionen, während Aruch :7 גו ג א וי ה פא מ י liest und das Wort mit שוטרים שהובשין בגי אהב ולוקחין ממונם erklärt. Nascht zu Sabbat 139 a glossirt: Frohnvögte, Polizeibeamte, מגשי שוטרי מלמה, ähnlich in der Parallelstelle Synh. 98a: שופטי אומות העולם החובטים אח ישראל במקלוה; Taanith 20a werden רישי נהרא Strvmaufseher (Nascht: מוכסין, Zöllner), גורפחי und nach der Leseart des Aruch auch ריש י ברבי Stadtvorsteher neben einander genannt. Es liegen verschiedene Deutungsversuche vor. Musafia denkt sich das Wort aus גואו, Eunuch (von גו schneiden wie exto/ukc, Verschnittener, vgl. auch pers. garvüs) und vnaroc Konsul zusammengesetzt: Konsulatsdiener. De Lara hält es für ein Compositum aus גוי — ar. גוא ,גויה’, (pers. gazid und gazit) Steuer, speciell Judensteuer (siehe unter בר גןשא) und depntatus, Deputirter: Steuerbeamter, Steuerrath. Eine dritte Etymologie ist gazir fatwä, der die Entscheidung fällende Gerichtsbeamte (Ben Chan. 1867, Forsch. S. 215). Ich gebe der Leseart גא ו י ר פאט י den Vorzug, theile aber die Worte in גא וי ר פ א ט י und halte פאתי oder פחי für die bekannte Bildungssylbe p aiti Herr, Besitzer, Träger (wie in ארקפטא ,ארקפחא) und ג א ז י ר , lautlich genau entsprechend der bereits genannten gazid Judensteuer, es sind also die zur Eintreibung der Judensteuer eingesetzten Beamten, Steuer- 33*