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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1870-01-01 · Heft 10 · p. Seite 460

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
19 (1870)
Issue
Heft 10
Article
Etymologische Studien zur Kunde der rabbinischen Sprache und Alterthümer
Date
1870-01-01
Page
Seite 460 (sequence 4)
Language
German
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460 Etymologische Studien [Utvtrji[, (ji'jtijxvri'jO/.ov signum, quo Graeci fideles ad ecclesiam convocant. Ita autem vocant . . . perticas e ligno oblongas et quadras, quae variis locis percussae varios edunt sonos . . . Ljasmodi vcro arifiavrQa a dextris et sinistris vestibuli exterioris aedium sacrarum esse observat Goarus . . . atque in üs erant alia majora alia minora alia aerea vel ferrea. Je nach den verschiedenen Gebeten wurden die Betenden durch ein großes oder durch ein kleines afj/mvTQo 1׳ zusammengerufeu. — vsc-v signi seu tabulae ligneae pulsatione fideles ad ecclesiam convocare, colligere quod non semel *Qovetv Graeci hodierni dicunt. Vgl. noch Duc. sv. xQovafiu und 'gtdov, ferner Giess, med. lat.: Campana, pulsare und Ben Chan. 1806, Forsch. Nr. 5 S. 82—83. In einzelnen Fällen ist nicht bloß der Weg, auf dem die Anschauungen aus dem einen Kreise in deir anderen übergehen, erkennbar, man vermag sogar mit größerer oder geringerer Bestimmtheit die Personen, die als Träger und Vermittler der Anschauungen gelten können, festzustellen. Ein in dieser Beziehung sehr interessantes Beispiel liefert die Schrift des bereits genannten Marcellus Burdigalensis (aus Bordeaux, auch Marcellus Empiricus genannt): de medicamentis empiricls physicis ac rationalibus über Basel 1536. Marcellus war Leibarzt des Kaisers Theodosius (Ende des 4. und Ans. des 5. Jahrh.) und seine in mehr als Einer Beziehung wichtige Schrift — Jacob Grimm hat ihr wegen der darin enthaltenen celtischen Sprach- Überreste eine besondere Abhandlung gewidmet, kleine Schriften II. Band — enthält zahlreiche spmpathetisch-medicinische Vorschriften, Zaubersprüche und Formeln zu Amuleten, die mit den im Talmud verzeichneten in merkwürdiger Weise übereinstimmen. Run macht Marcellus ein von seinem Zeitgenossen, dem Patriarch en Gamaliel (dem letzten, vgl. cod. Theodos XVI T. VIII § 22 und Graetz Geschichte IV, erste Ausgabe 558) mitgetheiltes Recept namhaft: ad splenem remedium singulare, quod de experimentis probatis Gamalielius patriarch as proxime ostendit (Marcell. c. 28 p. 168 bei Grimm II, 118) und die Annahme liegt nahe, daß der kaiserliche Leibarzt und der Patriarch, der hoffähig war und eine angesehene Stellung im Staate bekleidete, in persönliche Beziehungen zu einander

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