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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1870-01-01 · Heft 10 · p. Seite 455

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
19 (1870)
Issue
Heft 10
Article
Die zweite Übersetzung des Saadiahnischen Buches "Emunoth wedeoth" angeblich von Berechjah hanakdan
Date
1870-01-01
Page
Seite 455 (sequence 7)
Language
German
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»Emunoth wedeotli«, angeblich von Berechjah lianakdan. 455 der Uebersetzung entgegentritt. Berechjah lehnt es von vornherein ab, seine Kräfte zu einem begeisterten Aufschwung zu spannen, er begnügt sich mit bewußter Bescheidenheit, in seinen kurzzeitigen nicht gereimten Versen auf ebener Erde zu bleiben. Aber innerhalb dieser Grenzen entwickelt er genügende Eleganz und Urbanität, um den Leser anzuziehen und verräth einen bedeutenden Grad von Gewandtheit, seinen Ausdruck durch biblische Anspielungen zu würzen; Alles Eigenschaften, die unserer Uebersetzung durchaus abgehen. Mit den Worten kargt Berechjah zwar ebenfalls nicht, er strebt nicht nach prägnanter Kürze, seine Worte strömen vielmehr sanft und reichlich, aber sie überströmen auch nirgends und Weitschweisigkeit dürste der letzte Vorwurf sein, der ihm zur Last gelegt werden dürfte. Kaum darf es daher noch besonders hervorgehoben werden, daß der Leser von einem solchen Phrasensturzbad, wie er es sich gar oft in der Uebersetzung gefallen lasten muß, in ״den Fuchsfabeln" allerwegen verschont bleibt und daß er besondere Worte nicht öfter anzuhören braucht, als alle anderen. Hiergegen könnte vielleicht jetzt geltend gemacht werden, daß verschiedene Litteraturgattungen die Schreibweise nothwendig modifiziren müssen und eine Verschiedenheit des Styls in Schriften von verschiedenen Wissensgebieten keine Instanz gegen die Identität des Verfassers abgiebt; aber auch gegen diesen Einwand sind wir gewaffnet. Ganz abgesehen davon, daß trotz aller Verschiedenheit kein Schriftsteller im Stande ist, sich so gründlich seiner Individualität zu entäußern, berufen wir uns auf einen uns vorliegenden Thatbestand. Am Buche דורי ונכדי, welches rein philosophische Materien aus der Natur behandelt, besitzen wir ein Uebersetzungserzeugniß Berechjah's und in dieser Uebersetzung erblicken wir genau dasselbe Gesicht, welches aus den ״Fuchsfabeln" heraussieht. Auch hier giebt es kurzzeilige, oft gereimte Verse, mit allen Eigenthümlichkeiten versehen, welche dem Dichter der ״Fuchsfabeln" so anziehend zu Gesichte stehen. Kein technischer Ausdruck, keine Redewendung erinnert au unseren Uebersetzer des Saadiah; seine Favoritworte erfreuen sich keiner besonderen Bevorzugung; sobald sie etwa irgendwo austreten, werden sie wie andere gewöhnliche Worte behandelt. Selbst Tibbon gegenüber hat sich Berechjah seine Unabhängigkeit und Originalität geniigend bewahrt. Das Buch דודי ונכדי legt ent-

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