Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Die zweite Übersetzung des Saadiahnischen Buches "Emunoth wedeoth" angeblich von Berechjah hanakdan
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 452 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2829132-2829388-2829399-2865443--13041-2865472- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
452 Die zweite Uebersetzung des Saadiahnischen Buches setzung entdeckt man überhaupt so auffallende Berührungspunkte, und so intime Beziehungen, daß man sich der Vermuthung gar nicht erwehren kann, beide litterarisch e Produkte seien aus ein und derselben Hand hervorgegangen. Inhalt, Charakter, Wort und Titel des Gedichtes sind fast nur ein Wiederhall dieser Uebersetzung, die metrisch zugeschnitten worden. Das Gedicht ist längst als ״versisizirte Philosophie überhaupt und der versisizirte Saadia insbesondere" bekannt. Und wie in seinem Inhalt, ebenso trägt es in seinem stplistischen Charakterausdruck genau dieselbe Signatur, wie wir sie oben als die Eigenthümlichkeit der Uebersetzung dargelegt haben. Ein geringer gedanklicher Fonds wird hin und her gemorsen, die Gedanken wickeln sich nicht etiva in einem regelmäßigen Fortschritt ab, sondern werden, wie Kreisel, herumgeschlagen. ״Die Breite, die uns in unserem Gedichte öfter entgegentritt und die oft ganze Sätze wiederholt, ohne wirkliche neue Anschauungen zu geben", wird auch nicht gemildert oder verschönt durch ׳Spracheleganz oder durch ״die lichten, reichfarbigen Strahlen des Musivstyles, welche Gebirol's Königskrone so v ortheilhaft auszeichnen". Kurz, die Identität des stplistischen Charakters läßt sich in beiden Werken allenthalben wiedererkennen. Und auch beim wörtlichen Ausdruck fällt die gleiche Uniformität sofort in's Auge. ערך, ספר, קצב, חקר mit allen ihren Derivaten sind Worte, welche der Uebersetzer unablässig in's Feuer schickt; zu ähnlichem Dienste werden sie im שיר היחור verwendet. חקר für ״Ende", מרע, תכלית und ähnliche werden ebenfalls häufig herangezogen. Ueberhaupt findet fast jeder, nur irgendwie marquante Ausdruck und jedes ungewöhnliche Wort dieses Gedichtes — mit wenigen Ausnahmen — stets eine Analogie, wenn nicht gar eine Parallelstelle in der Uebersetzung ,שמצא, ממפת חרחר 11 הוויות, אילות, חוסר ועורף, ניבה, נירה, שרעף. s. w.; ebenso die Formen!גולם ,נושב, welche in der philosophischen Sprache nicht üblich nur von unserer Uebersetzung anerkannt werden. Die größte Uebereinstimmung jedoch gewahrt man im fünften Gesang, in welchem beträchtliche Stücke des מאמר האחרות (B. II) nur wenig umgearbeitet und fast wörtlich ausgenommen sind. Als am augenfälligsten für diesen Gesang benutzt, dürften wohl folgende Stellen gelten; B. Il sParallelstelle in Tibbon