Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Die zweite Übersetzung des Saadiahnischen Buches "Emunoth wedeoth" angeblich von Berechjah hanakdan
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 450 (sequence 2)
- Language
- German
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4b0 Die zweite Uebersetzung des Saadiahnischen Buches meinen und einstimmigen Anerkennung, wie das Buch Saadiah's ‘) ״vom Glaubelt und Wissen"; daß einem solchen Buche ein liebersetzer nicht gefehlt habe, ist gewiß nicht unwahrscheinlich. Würde dies der Fall gewesen, hätte da nicht R. Meschullam, der Gönner Tibbon's, zuerst eine Uebersetzuitg dieses so geschätzten Buches verlangt? Diese Wahrscheinlichkeit wird durch das folgende FaktiMt fast bis zur Gewißheit gesteigert. Jbn Tibbon hat nmnlich vor jeden Abschnitt der Uebersetzung dieses Buches mit ängstlicher Gewissenhaftigkeit sein stereotypes ״Es spricht Jehuda ben Saul" hingesetzt, während bei allen feinen übrigen Uebersetzungen ein solches Pochen auf seine Autorschaft völlig unterbleibt. Was hat 71un Jehuda ben Saul veranlaßt, gerade dem Saadianischen Buche überall feinen Namen beizufügen, anderwärts aber davon abzustehen? Wenn wir nuir aus der Vorrede zur fortgesetzten Uebersetzung der ״Herzenspflichten" uns die Ueberzeugung holen, daß Jehuda ibn Tibbon nur mit Schrecken und Entsetzen daran denkt, man könne ihm fremde Uebersetzungserzeugnisse in die Finger schieben und daß er solchen Jniputationen auf das Sorgfältigste vorzubeugen sich bemüht, alsdann findet die erwähnte Handlungsweise ihre natürlichste Erklärung in der Vermuthung, es habe zu derselben Zeit eine Uebersetzung existirt, die Jehuda ibn Tibbon so wenig zugesagt habe, daß er seinen Namen vor dem Verdacht solcher Autorschaft sicher stellen wollte. Daß aber diese alte Uebersetzung und die uns vorliegende identisch seien, scheint schon daraus hervorzugehen, daß die meisten Auslassungen in jener maliciösen Kritik Tibbon's zu dieser so genau passen, als wäre ihr von Jehuda ben Saul das Maaß dazu genommen worden. Aehnliche Raisonnements geringfügiger Art übergehend, betonen wir als das bedeutungsvollste Zeugniß für die angegebene Identität die umfassende Verbreitung, deren sich diese Uebersetzung rühmen konnte und welcher sogar ibn Tibbon keine erfolgreiche Konkurrenz geboten hat. In zahlreichen Schriften älteren Daft Man vergleiche die Einleitung zuin ״hohen Glauben" von N. Abra- Ham bar Daud.