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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1870-01-01 · Heft 10 · p. Seite 447

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
19 (1870)
Issue
Heft 10
Article
Joseph ben Aqnin
Date
1870-01-01
Page
Seite 447 (sequence 4)
Language
German
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Joseph den Aqnin. 447 Arzt, dessen Namen mir entfallen, welcher ihm das hohe Lied dem buchstäblichen Sinne nach als ein gewöhnliches Liebesgedicht vorlegte; ich redete ihn hart in Gegenwart des Königs an, beleidigte ihn fast und sagte zum Könige, dieser Mann ist dumm und unwissend, versteht durchaus nichts von unsereur Kanon, und begreift überhaupt nicht die Absicht Salmnon's in diesem Buche. Es ist in der That von hohem Werthe, geschrieben in einem gewöhnlichen Dichterstyle, bei genauerer Betrachtung findet mau eine tiefliegendere Bedeutung, dessen Schatz nur diejenigen entdecken, die in die Wissenschaft tief eingedrungen und mit außerordentlichem Talente und Wissen begabt sind; ich habe diese Meinung bei ihm festgestellt, erklärte ihm den wahren Sinn und Zweck dieses Buches, und habe die Abneigung, die dieser dumme, unwissende Arzt ihm beigebracht, von ihm abgelenkt. Ich sagte ihm: wie wäre es möglich, daß ein Mann wie Salomon sich mit solch niederen und gemeinen Gegenständen beschäftigen sollte; ich habe nun dieses Buch in ein besseres Licht gestellt und die Weisheit Salomons in seinen Augen gehoben, und dies war in der That eine wahre Heiligung des Namen Gottes". Resumiren wir nun die Resultate. Joseph beu Aqnin hat seinen Tab el-Nuphus im Magreb geschrieben zu einer Zeit, wo Joseph der Schüler Maimonides schon in Syrien war; beide waren Dichter, und beide schrieben in arabischer Sprache; beide führten den Namen Joseph ben Jehudah und beide kannten Maimonides. Beide stammten aus dem Magreb uud beide mußten die Folgen der Leiden und Verfolgungen daselbst erdulden. Daher haben die hebräischen Chronisten und Commentatoren, die weder die Werke des Einen noch des Andern im Originale kannten, und die sich um Daten und historischen Facten wenig kümwerten, diese beiden Persönlichkeiten verwechselt; die jüdisch-arabischen Autoren, wie ich schon gesagt habe, geben nie den Joseph ben Jehudah, den Verfasser des Tab el-Nuphus und des Commentars zum hohen Liede, als den Schüler Maiiuonides aus. Wenn Harisi diese Werke dem Joseph in Alepo nicht zuschreibt, so ist dies imd; ein Beweis, daß dieser nicht der Autor derselben ist. Noch ein anderes Werk wird von Jvseph ben Aqnin genannt

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