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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1870-01-01 · Heft 10 · p. Seite 439

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
19 (1870)
Issue
Heft 10
Article
Biographie Agrippa II.
Date
1870-01-01
Page
Seite 439 (sequence 7)
Language
German
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Biographie Agrippa II. 43S uns Josephus dieses Ausschreiben erhalten hat, ״weil es die genauesten Zeitbestimmungen enthält." Nichtsdestoweniger scheint mir durch diese Zahlenconfusion der Ueberschrift und des Schlußes die Authenticität des Tenors unseres Dekrets nicht im mindesten anfechtbar zu sein. Josephus mag bei der Mschrift der Urkunde die einleitenden Worte, als für seinen Zweck in der Thal unwesentlich, ungenau copirt haben, und den Schluß hat vielleicht irgend ein unwissender Abschreiber, um auch sein Licht glänzen zu lassen, hinzugefügt. Denn einerseits würde sich Josephus einen solchen Schnitzer nicht haben zu Schulden kommen lassen, und andererseits ist die Angabe der Consuln ein schleppendes Anhängsel, das wir sonst bei Dekreten aus der Kaiserzeit höchst selten, und dann auch nicht am Ende des Ganzen finden. Mr die nächsten vier Jahre (45—49) verschwindet Agrippa vollständig vom Schauplatz der Geschichte. Allem Anscheine nach befand ec sich fortwährend in Rom, und wetteiferte mit den übrigen klemm Kronprätendenten, die,sich stets in der Nähe des Kaisers befanden, in allen Künsten der Hofkabbale, um auf die eine oder andere Wäse in den Besitz mindestens eines Fürstenthums, der Umfang muhte so groß sein, wie er wollte, zu gelangen. Wie kostspielig rnd demoralisirend ein solches herumlungerndes Leben war, erfahren wir aus der Jugendgeschichte des älteren Agrippa, der, wie Jojephus erzählt ף, eine Schuldenlast von dreihundert Millionen Sstertien hatte. Sein Sohn, der ihm überhaupt in Allem gern mchahmte, wird sein Vorbild hierin sicherlich nicht hinter sich znrückgelassen haben. Endlich bot sich die Gelegenheit zur Erreichung des gewünschten Zieles dar. Herodes von Chaclis starb im Jahre 49 und hinterließ drei Söhne, mithin also legitime Thronerben. Das kümmerte aber unfern Agrippa nicht. Erbschleicherei, Betrug und Verrath an den nächsten Verwandten ') Arch. XVIII, 6, 4.

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