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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1870-01-01 · Heft 9 · p. Seite 430

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
19 (1870)
Issue
Heft 9
Article
Etymologische Studien zur Kunde der rabbinischen Sprache und Alterthümer
Date
1870-01-01
Page
Seite 430 (sequence 16)
Language
German
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430 Etymologische Studien Den anbrechenden Tag dachte man sich in Thiers-Gest alt, das gegen den Morgen am Himmel vorrückt. Die Nacht, ein schüchternes Reh entweicht vor dem starken, mächtigen Thiere des Tages. Die Araber nennen den ersten Morgenschimmer Schweif des Wolfs (Grimm 705). Dieselbe Anschauung findet sich schon im Talmud, der die Morgenröthe איילרז השחר das Reh des Morgens nennt und auch איילת השחר in der Ueberschrift zu Psalm 22 in dem Sinne erklärt. ״Wie das Geweih der Hirschkuh (des Hirsches) sich nach verschiedenen Seiten hin verzweigt, so sendet auch die Morgenröthe ihre Strahlen nach verschiedenen Richtungen, מה איילר־ז זו קרניה מפוצלורח לכאן אף שחר מפגיע לכאן ולכא (Jo,na 29 a). ״Die Morgenröthe gleicht zwei Lichthörnern (strahlen), die von Osten ausgehen und Licht verbreiten, הדא איילתא דשחרא . . . כמין הרן (jer. Berach 1,1) רגהור דסלקין מן מדנחא ומנהרין (lies רקורנין(קרנין Hupfeld's Behauptung (Commentar zu den Psalmen II, 8 zu Ps. 22) ״daß die talmudische Phrase offenbar dem 22. Psalme entlehnt sei und für den wirklichen Sprachgebrauch Nichts beweise" mufj umgekehrt werden. Der rabbinische Sprachgebrauch hat die ihm geläufige Redensart zur Erklärung der bloß Einmal vorkommenden Psalmenüberschrist benutzt. Nicht unpassend stellt de Lara llalta ׳להא, die bekannte Frau des R. Nachman als eine Abkürzung von איילחא mit dem Namen Aurora zusammen. Im Griechischen heißt Xvxo<pwg wörtlich: Wolfs licht die Morgenröthe und die Redensart: כבין דיכא לכלכ (Midr. Cant. Cant. 3, 4) zwischen Wolf und Hund, d. h. wie der Zusammenhang der Stelle lehrt: kurz vor Tagesanbruch stimmt genau zu: inter canem et lupum, (franz. entre chien et loup) sub crepusculum vel vesperum, cum lupus a cane discerni vix potest (Duc. gl. med. lat. canis). Die Morgenröthe heißt im Rabbinischen noch עמוד השחה und הימור של חמה (Joma 27 b), das der Palme gleich, säulenähnlich aufsteigende Licht der Sonne, קריצתא und שפרפרא (schon Daniel 6, 20) nach Bernstein von שפר schön sein wie ar. צכה-von צבה schön sein, glänzen; wohl eher — צפרפרא von צפרא Morgen. Spr. גוה גהא aurora bei Cast. 136 ist wohl pers. bagSb oder pagäh. — Spr. גהא momentum, tempus ist pers. gäh. Die von Grimm besprochene weitverbreitete Anschauung von

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