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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1870-01-01 · Heft 9 · p. Seite 429

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
19 (1870)
Issue
Heft 9
Article
Etymologische Studien zur Kunde der rabbinischen Sprache und Alterthümer
Date
1870-01-01
Page
Seite 429 (sequence 15)
Language
German
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zur Kunde der rabbinischen Sprache und Alterthnmcr. 429 Sabbat 678) oder eines Fuchszahnes (das.) zu bedienen, wird unter die abergläubischen Gebräuche gezählt. Aehnliches finden wir auch anderwärts: ״Unfern Aberglauben schien eine wie ein Hahn erkrähende Henne gleichfalls ein Gräuel" (Grimm deutsche Mythol. 1087). ״Das Sieb erscheint ein alterthümliches heiliges Geräth, dein inan Wunder beilegte" (das. 1066, 1152). ״Die Hirten ließen ihr Vieh durch die Flamme springen, alljährlich oder sobald die Seuche anrückte" (das. 1105). ״Die Gichtkranken tragen eiserne Ringe, aus Nägeln, an welchen Menschen sich erhängt haben, geschmiedet" (das. 1121). ״Der aus einer Galgenkette geschmiedete Sporn, der Galgenstrick, Diebsstrang haben eigenthümliche Kraft" (das. 1091, vgl. auch Wiesuer Scholien II, 146). ״Wenn mau den Knaben den Zahn eines Fuchses . . . umhängt, sollen die Dämonen ihm Nichts anhaben können (Freytag Einleit, in das Studium der arab. Sprache 170). Ueberhaupt ist für die vergleichende Sitten- und Sagenkunde der Talmud noch viel zu wenig gewürdigt worden. Manche Sagen und Bräuche, deren Ursprung man dem späteren Mittelalter vindicirte, finden sich schon im Talmud und anderen älteren rabbinischen Schriften verzeichnet. Ueber den Werwolf und ähnliche Verwandlungen tragt Grimm zahlreiche Zeugnisse zusammen. Der mit dem Wolfs- Hemd Bezauberte bleibt neun Tage, nach anderen Sagen drei, sieben oder neun Jahre laug in dem Wolfsleib. ״Der neunjährige Wolf, nahm unser Mittelalter an, solle Nattern tragen, gebähren" (Grimm 1049). Aehnliches berichtet der Talmud B. Kama 168׳ Die männliche Hyäne verwandelt sich nach sieben Jahren in eine Fledermaus, die Fledermaus verwandelt sich nach sieben Jahren in einen ערפד u. s. w. in eine Distel, in einen Dornstrauch und endlich in einen Dämon. Von den Dämonen wird wieder an einem andern Orte behauptet, daß sie ihre Farbe beliebig wechseln können (Joma 758). — Die Haut des Wolfes, das Bären- und Katzenfell wird für heilkräftig gehalten (Marcellus Burdigalensis o. 25 p. 171 bei Grimm kl. Schriften!1, 135; deutsche Mythol. 1123). Im Talmud wird der Haut des männlichen Panthers (משבא דאפא רריכרא Joma 84 a) Heilkraft zugeschrieben.

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