Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Etymologische Studien zur Kunde der rabbinischen Sprache und Alterthümer
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 422 (sequence 8)
- Language
- German
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422 Etymologische Studien Dämonennamen erklären. בת ח ו ר י ן Sabb. 109 a ist nach Raschi der auf ungewaschenen Händen, רוח השורה על הירים לפני נטילה, nach Aruch der auf den Augen ruhende Dämon, רוח רעה ששורה על גב העין. Beide Erklärungen sind sicherlich aus alten Traditionen hervorgegangen: die des Aruch lehnt sich an הר schauen, die Raschi's an p. cb^arckan essen, da der Mahlzeit die Waschung der Hände vorangeht oder minder wahrscheinlich an חוור wascheit, naß machen, da der term. techn. für Händewaschen nicht חוור, sondern נטל ist. Die Erklärung Hech. VIII, 110 ist unhaltbar. In dem mit allerlei kabbalistischen Zuthaten versetzten Gebete von dern Schofarblasen werden neben einander die zwei Engelnamen ש מ ש י א ל und פ ר ם ט א genannt: המלאך שמשיאל הממונה על התרועה והמלאך פרסטא הממונה על קש״רק (Festgebete für den Neujahrstag 6ä. Rödelheim p. 45). Die beiden Namen sind identisch und der eine die Uebersetzung des Anderen. שמשיאל bedeutet im Hebräischen: Gottesdiener, פרסטא, parast, Dasselbe im Persischen. Das letztere Wort ist auch sonst im Rabbinischen und Syrischen vertreten: פריסתוותא, syr.פרסתותא, Dienerinnen, siehe Fleischer zu L. II, 574. In den Targumim werden einigemal neben מויקים, dem allgemeinen Namen der Dämonen auch טלני צפרירי וטיהרי, Abend (Schatten טולא) — Morgen- und Mittagsdämonen genannt (s. Kohut jüd. Angelol. 61—62 und Levy sv.). Daneben ist aber, was bisher übersehen wurde, in der späteren Gräcität t s X (6 v i a ein häufig gebrauchter und feststehender Ausdruck für Luftdämynen: m rov äeoog dcuf.t6vta, siehe Duc. gl. gr., der zahlreiche Beispiele bringt. Es ist nun eine Wanderung aus dem Rabbinischen in's Griechische nicht unmöglich, wahrscheinlicher ist טלני dem griech. Sprachgebrauch entnommen, später als rabbinisches Wort behandelt und etymologisirt und nach Analogie desselben צפרירי וטיהרי gebildet worden. — Schönhak (im Nachtrag zu seinem Lexikon ס׳ המל ואים) will das Wort von rCXXm zupfen, necken ableiten: neckische Kobolde. In einem späten Gebete aus Anlaß nächtlicher Pollution תפלה מחמת חטא קרי (abgedruckt im Rödelheimer Machsor zum Versöhnungstage, Pijjut zum Schemone-Esre-Gebete S. 28) kommen die zwei ״heiligen Namen" (שם הקרוש):