Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Die zweite Übersetzung des Saadiahnischen Buches "Emunoth wedeoth" angeblich von Berechjah hanakdan
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 412 (sequence 12)
- Language
- German
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412 Die zweite Uebersetzung des Saadiahnischen Buches schauer von Lob und Preis stürzt nieder, unbekümmert um jene bekannte Warnung R. Chaniua's. Wie ganz anders der Tibbonide! Nichts ist im Stande, ihn von seiner Worttreue abzulenken oder gar zu Digressionen zu verleiten; er scheut weder die Schwerfälligkeit im Ausdruck, noch die Steifheit in den Wendüngen, ein Umstand, welcher namentlich in den moralischen, mehr populären Abhandlungen sich als Uebelstand fühlbar macht. Aber wenn auch sein Gegenüber in diesen Partien hier und da einen erheblichen Vorsprung über Tibbon gewinnt, indenr er leichter, gefälliger sich bewegt und biblische Redeweisen anzubringen bemüht ist, Eleganz und Urbanität bietet er ebenso wenig dem Leser, seinen biblischen Anführungen fehlt die Pointe, nirgends stößt man auf jenes pikante, farbenschillernde Mosaik von Bibelstellen, welches den rabbinisch-hebräischen Stil zu schmücken pflegt. Bei Tibbon verzichtet man von vornherein auf solche Kost, aber er entschädigt hierfür und bietet dadurch reichlichen Ersatz, daß er fest und beständig in der Wahl seiner Worte, unwandelbar und zuverlässig in Anwendung seiner Ausdrücke bleibt; nur dadurch ist es ihm gelungen, die philosophische Terminologie des jüdischen Mittelalters zu fixiren, wenn er sie anch vielleicht nicht ganz geschaffen hat. Solche Vortheile zu bieten, ist die andere Uebersetzung schon wegen ihrer Weitschweifigkeit außer Stande. Selbst die Terminologie schwankt und bietet bei Weiten: nicht dieselbe Solidität, wie die Tibbonidische; wo man Prägnanz erwartet, erhält man eine Menge verschiedener und wechselnder Namen. Auf die Terminologie muß nachdrücklich hingewiesen werden, weil sie selbst in geringen Details fast durchweg von der Tibbonidischen abweicht und hierdurch einen Anhalt für die Abfassungszeit der Uebersetzung an die Hand geben kann. Am Häufigsten kommen zur Anwendung: קנץ für, ״Beweis" ״Schluß" ״Ausführung" (das davon abgeleitete הקניץ ist selten), פיתוך ״Natur" ״Element" ״Mischung", רוקו־ (mit seinem Verbum) ״Ende" ״Erforschung". תיכן הקנצנים und חורף הראיות bedeutet etwa ״der Wortlaut der Beweise", und ist meistens nur Umschreibung des einfachen Wortes. ספר, ערך ,קצב ,שער sind sehr beliebt und erscheinen auch in ihren verschiedensten Derivaten. רשאי bedeutet ״fehlerhafte Erkenntniß", ״ חשויdie Pprrhonische imr/jj" bei Tibbon עמירה מן, VN, ״ein Paar", ״ קפואMinera-