Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Beiträge zum Verständniß der Genealogien der Chronik
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 389 (sequence 5)
- Language
- German
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Beiträge zum Verständniß der Genealogien der Chronik. 389 blos im Süden, von Beerscheba bis Gehinnom (Neh. 11, 30) angesiedelt haben? Auch die Anwendung der geschichtlichen Notiz von Beeroth auf das Eretgniß, daß näinlich Saul ״die alten Eimvohner, die kanaanitischer Abkunft waren"'), oder die Gibeoniten aits Beeroth vertrieben habe, die diese Stadt bis zu ihrer Vertreibung besessen haben sollen 2), ist aus dem Grunde unrichtig, weil hier lediglich von einer Flucht von Benjaminiten, aber nicht von Kananitern oder Gibeoniten die Rede ist. Einen schlagenden Beweis dafür, daß die Flüchtlinge aus Beeroth Beujanriniten gewesen, bietet die Angabe, daß sich dieselben in G i t t a j i m, also nördlich inrd unweit von Beeroth und Rama angesiedelt haben. Wir sind" genöthigt, die'Leser zu einer Digression abzulenken. Das Territorium, sowie das Schicksal der Gibeoniten bildet einen wichtigen Abschnitt in der vordavidischen Geschichtsepoche. Bekanntlich verlangten die Gibeoniten deswegen eine blutige Vergeltung an den Nachkommen Saul's, weil er (nach 2. Sam. 2l, 5) bestrebt war, sie total zu vernichten, ״daß sie nicht bestehen sollten int ganzen israelitischen Gebiet". Saul's Residenz war Gibea, und Gittajim lag dieser Stadt zu nahe, als daß die geächteten Gibeoniten in diesem Orte hätten Zuflucht nehmen und Sicherheit suchen können. Folglich kann an unserer Stelle nicht von einer Flucht der Gibeoniten, sondern blos von der der Benjaminiten die Rede sein. Einige Erklärer, die hier an einer Flucht der Gibeoniten aus Beeroth festhalten, suchen die Schwierigkeit dadurch zu heben, daß sie Gath für Gittajim lesen. Aber das müßte erst bewiesen werden, denn Gittajim kann einmal, nach Beschaffenheit unserer Quellen, nicht mit Gath identisch sein. Läßt sich gar Nachweisen, daß hauptsächlich die Gi- Z Dereser, die heilige Schrift z. St. *) Eichhorn, Einleitung in's alte Testament, II, S. 480.