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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1870-01-01 · Heft 8 · p. Seite 377

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
19 (1870)
Issue
Heft 8
Article
Etymologische Studien zur Kunde der rabbinischen Sprache und Alterthümer
Date
1870-01-01
Page
Seite 377 (sequence 3)
Language
German
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zur Kunde der rabbinischen Sprache und Alterthiimer. 377 zeispion, ms 18inur angeben, verleumden soll aus male signare entstanden sein und der treffliche (Pott nennt ihn einmal: der unvergleichliche) Diez in seinem etymologischen Lexicon der ronmnischen Sprachen II, 147 denkt es sich aus mal-veoino böser Nachbar gebildet, während es einfach ans מלשין Verläumder, Angeber (ar. מלסרן hat nicht diese ausgeprägte Bedeutung und heißt bloß: Lugner) entstanden ist. Die spanisch - portugiesischen Juden, die doch Viel von מלשינים zu erdulden hatten, gebrauchten das Wort sicherlich sehr oft und so setzte sich das den Juden gegenüber gehandhabte Denunziantenwesen der Inquisition in der span, portugiesischen Sprache ein bleibendes Denkmal, vgl. Kayserling im Jahrb. für die Gesch. der Juden IV, 271, Note 3 und Zeitschr. der dentsch-morgenländischen Gesellsch. XXIII, 636—37. Es ist eine culturhistorisch interessante Thatsache: die Juden der talmndischen Zeit reden von Delatoren דלטורין, die christlich katholischen Spanier von Malsinim. Auch andere hebräische Ausdrücke sind in's Spanische gedrungen: mau8er aus ממורי (Diez II, 148), trete schlaff, uuächt von טרפה (II, 183). Auch das Deutsche enthält bekanntlich manche hebräische Vokabeln und bei Lagarde ges. Abh. 209 ist eine 6pi8tola äe vooabuiis quae Galli a commorantibus in Gallia Judaeis didicerunt . . . 1582 hinter H. Etienne’s hypomneses de lingua gallica“ verzeichnet. So soll franz. gonge Dirne von jüd. goje, christl. Dienerin herstammen (Diez II, 316). Ein anderes Beispiel ist turquois altfranz. Köcher, ital. tureasso, mhd. türkis, welches Diez II, 431 also erklärt: ״eigentlich türkisch, in Beziehung aus die Bewaffnung der gefürchteten Bogenschützen dieses Volkes. Türkische Bogen erwähnen die Dichter häufig". Es ist aber wie verschiedene andere auf Bewaffnung bezügliche Namen dem Orient entlehnt und zwar dem pers. tkrkesob, das auch in's Arab. תרכאש, syr. 1קטירקא), ') Eine Analogie zu קטירקא, in welchem der erste Buchstabe nicht zum Stamme gehört und bloß vorgeschoben ist, bietet מרט ק ל, syr. טרטקל, Flechtwerk, Netzwerk, das weder zu craticula (Cast.) noch zu xuqläXlog (Levy) gehört, sondern genau zu rotieulum, kleines Netz, etwas Netzartiges, Gitter u. s. w. stimmt.

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