Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1870-01-01 · Heft 8 · p. Seite 362

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
19 (1870)
Issue
Heft 8
Article
Halachah-kritische Forschungen
Date
1870-01-01
Page
Seite 362 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2829132-2829388-2829397-2865314--12933-2865349
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

362 Halachah-kritischo Forschungen. מותרים זה בזה דברי ר' מאיר Dann finden sich zwei Versionen vorr der oben mehrmals besprochenen Differenz zwischen N. Juda und R. Josö. Die eine Version, entspricht in jeder Beziehung der .im babylonischen Talmud vorkommenden Boraitha (vgl. oben). Die andere scheint diesem Talmud nur dem Inhalte nach und im Allgemeinen bekannt gewesen zu sein. Wir schließen dies aus der Vergleichung der Tosephthah mit dem Gedankengang in den Diskussionen, die sich im Talmud an diese Boraitha ankntipfen. Die subtile Begründung der betreffenden disferirenden Ansichten (רו מ ש ה קהלי כתיבי u. s. w.) würde, wenn diese Version, wie sie Tosephthah und Siphre (zu Deutoron. 23, 2) haben, den betreffeirden Amoraim gegenwärtig gervesen wären, um nicht zu sagen: eine Unmöglichkeit, jedenfalls als unnöthig und überflüssig erachtet worden sein. Endlich verdient hervorgehoben zu werden, daß, während die erste, auch dem babylonischen Talmud bekannte Version in der Tosephthah erst am Ende der ersten Halachah-Gruppe, also im gewissen Sinne außerhalb der geschlossenen Reihe, vorkommt, jene Version zwischen die oben citirten Worte urrd folgenden Lehrsatz ר׳ אלעזר אומר כל האסורים לבא כקהל ווראן מוראן u. s. w. eingefügt ist. Beiläufig wollen wir auf den Redaktionsunterschied zwischen dem letzen Citat und dessen Parallele in unserer Mischnah aufmerksam machen. Die ersten vier Worte des Citats vermißt man in der Mischnah. Welche Bedeutung dürfte nun die Einfügung des Differenzpunktes N. Juda's an dieser Stelle in der Tosephthah haben? Doch wohl, daß die Halachah R. Meir's nicht allein in einem Punkte bestritten wird, nämlich von N. Eleasar, der die Vermischung der וודאן בספיקן וספיקן בספיקן für ungesetzlich hält, sondern auch darin, daß sie den Proselyten mit den אסורין auf gleiche Linie stellt. Wir haben es also mit einer Halachah zu thun, in der eine zweifache Differenz zusamnren gezogen ist, deren eine, die letztere nämlich, nur einen einzelnen Punkt in der Halachah R. Meir's betrifft und überdies ursprünglich in ganz anderem Anlaß und Verband vorkam. Vergleicht man nun diese mit dem Schlußsätze der Hillel'schen Mischnah, so bemerkt man bald, daß R. Me'i'r sich vollkommen an die ältere hillel'sche Halachah anschließt, während R.Juda in einem Punkte und R. Eleasar in einem Anderen von derselben abweichen. Was folgt hieraus? Nun, daß dieHillel'scheHalachah

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.