Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Halachah-kritische Forschungen
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 359 (sequence 5)
- Language
- German
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Halachah-kritische Forschungen. 359 über das ehegesetzliche Verhältniß zwischen Individuen ein und desselben, außerhalb der Gemeinde stehenden Bestandtheiles gelöst werde:!. Auf diesen Mißgriff scheint auch R. Jo sch wie aus dem Zusammenhänge hervorgeht, in den dunklen Worten על ררבנין ררבינן) נצרכה?) aufmerksam zu machen. In Verband mit diesem drängt sich einer ruhigen Betrachtung eine andere treffende Bemerkung auf. R. Juda betrachtet den Proselyten als Mitglied der Gemeinde, natürlich mit Ausnahnre der Priesterklasse, deren männlichen Mitgliedern die Verschwägerung mit Proselyten verboten ist. Als Mitglied der Gemeinde aber darf der Proselyte keine, den Israeliten verbotene Ehe eingehen. Nun ist kein Grund vor- Händen, anzunehmen, daß R. Juda dem ammonitischen Proselyten einen anderen Charakter beimißt. Es ergeben sich also für diesen die traurigsten Cousequenzen. Dasselbe Loos, das nach N. Juda den Bastarden zugedacht ist, trifft auch uothwendig den Ammoniten. Vermöge seines zweifachen Charakters, da er als Animonite außerhalb der Gemeinde steht, iudenr er anderseits als Proselyte doch ein Mitglied derselben ist, ist ihnr das Eingehen einer Ehe über- Haupt unmöglich. Dem! in erstcrer Eigenschaft darf keine Jüdin oder Proselytin mit ihm, in letzterer Eigenschaft darf er wieder mit keiner außerhalb der Gemeinde stehenden ein Ehebündniß eingehen. Dieses Bedenken wird im Talmud geäußert, in der festen Ueberzeugmrg, daß ein solches Loos unmöglich irgend einem Proselyten zugedacht sein könne. Es ist deutlich, daß dieses Dilemma, das der Talmud ausschließlich in Rücksicht auf den Amrnoniten stellt, ohne die nrindeste Veränderung auch unsere Prinzipienfrage trifft. Wenn R. Juda das Eheverbot auf Jndividuen ein und desselben Bestandtheiles ansdehnen wollte, so wäre Ausrottung das Loos all der betreffenden Bestandtheile. Und wenn dies mit Recht nicht vorausgesetzt werden kann, so kann R. Juda nur die Vermischung der verschiedenen Bestandtheile verboten haben. Die Frage würde schon jetzt ihre Lösung gefunden haben. Allein ein Amora weist auf einen Umstand, der die Kraft des Dilemma'S illusorisch macht. Der zweifache Charakter des Aminoniten, meint R. Methanjah, involvirt noch keineswegs die Ausrottung desselben, indem er eine Sklavin heirathen könne, deren Herr dann veranlaßt werden könne, dieselbe frei zu lassen. In diesem Falle nun haben die Kinder, nach Kidduschin 3, 13,