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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1870-01-01 · Heft 8 · p. Seite 357

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
19 (1870)
Issue
Heft 8
Article
Halachah-kritische Forschungen
Date
1870-01-01
Page
Seite 357 (sequence 3)
Language
German
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Halachäh-kritische Forschungen. 357 lästinensischen Bevölkerung zu berücksichtigen. Er hätte dann die Zahl bedeutend vermehren können, indem er die Rubrik גירי in Unterabtheilungen zerlegen konnte, nämlich in a. Proselyten aus andern Nationen und b. solche, die von Ammon und Moab einerseits Md von Egypten und Edom andererseits abstammten. Und, menn dieser Unterschied schon damals, wie später, in Folge der bekannten Staatsumwälzungen durch die assyrischen und babylonischen Eroberer als aufgehoben betrachtet wurde, so konnte jedenfalls die Rubrik der Zweifelhaften (שתוקי ואסופי) um eine Klasse, die der Samaritaner nämlich, bereichert werden. Was beu Bericht 1 הלל שונהt. s. w. betrifft, so entdeckt man in demselben leicht die Anfangs- und Schlußworte unserer Mischnah. In der Hillel'schen Halachah-Gruppe also wird bekanntlich das gegenseitige ehegesetzliche Verhältniß der, nach Geburt oder religiös-sittlichem Charakter, unterschiedenen zehn Besiandtheile der jüdischen Gemeinde in Babel mitgetheilt. Nachdem die Redaktioit eine, einen Punkt derselben betreffende Schlußbemerkung hinzNgefügt hat, geht sie in der zweiten Mischnäh scheinbar zur Mittheilung der verschiedenen Ansichten über, die hütsichtlich des gegenseitigen ehegesetzlichen Verhältnisses derjenigen Besiandtheile herrschen, zwischen denen und den schlechterdings untadeligen Jsraeliteit die Verschwägerung unerlaubt ist. Der jerusalemische Talmud (vgl. die Parallelstelle und Jebamoth 8, 2 Talmuddisküss.) faßt diese Mischnah, beziehungsweise deren ersteit Theil, der also lautet: ,כל האסורים לבא בקהל מותרים לבא זה מה ר׳ יהודיה אוסר ohne weiteres in dem eben erwähnten Sinne auf. Wir müssen uns mit der Erörterung und Auseinandersetzung dieser jerusalemischen Stelle einige Augenblicke beschäftigen, und zwar aus doppeltem Grunde. Erstens ist wohl keine Stelle in diesem meistentheils noch unbebauten Talmud so mißverstanden, ja verunstaltet worden, ivie diese; vgl. den Commentar פני משה. Zweitens hat eine kindisch-ritterliche Kritik, indem sie die Unwissenheit der babylonischeu Amoraim so recht heldenmüthig geißeln wollte, sich unter Anderem auch auf diese Stelle berufen, mn die Richtigkeit ihrer Behauptung an einem Beispiele mehr nachzuweisen. Sich an den Wortlaut des eben citirten Mischnahsatzes haltend, sieht der jerusalemische Talmud in der gedachten Auffassung so wenig Anstößiges, daß er in בל auch und vorzüglich die in der ersten Mischnah nicht

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