Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Joseph ben Aqnin
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 352 (sequence 5)
- Language
- German
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Joseph den Aqnin. 352 die Reue und Buße haben sich noch nicht eingestellt; wenn Jemand behaupten wollte, daß nur drei bei uns eingetroffen in Ermangelung der Buße und des Zeitp-unktes der Ankunft des Messias, so wollen wir ihm aus den Worten des Thalmuds beweisen, daß alle Zeichen für diesen Zeitpunkt in der jetzigen Epoche vorhanden sind. Die Anzahl der Gelehrten ist sehr geringe und fast fehlen sie gänzlich; die Leiden verdoppeln sich in anderem Maaße und dies Alles haben wir mit angesehen. Es haben sich an uns die Strafdrohungen der Propheten (Ezech. Vll, 26; Amos V, 19) bewährt; wir sind in die Leiden gestoßen und mir finden keinen Zufluchtsort vor dem durch sie bewirkten Verderben. . . . Die große Synagoge, wo fromme Männer sich versammelt hatten, um das Gesetz zu studiren, ist jetzt ein Haus der Unzucht; die Wissenschaft und die Wahrheit sind verschwunden und die Schlechtigkeit hat zugenommen. . . . Die Jungen verachten die Alten, die Tochter ehrt die Mutter nicht und der Sohn schämt sich seiner Thaten nicht in Gegenwart seines Vaters. . . . Die Frechheit dieser Negierung ist bekanut ... der Angeber sind viele, die Schüler werden weniger, und die Lebensmittel nehmen ab. ... Es steht fest, daß kein Zeitalter solche Leiden ausgestanden, wie das gegenwärtige, so daß der Gedanke, es sei nun der Zeitpunkt des Messias, wohl paßt. . . . Dieses Zeitalter ist gewiß durch und durch verschuldet, und wir können die Verzögerung der Ankunst des Messias nur unserem gänzlichen Mangel an Buße und Reue zur Last legen, aber keinesfalls behaupten, daß der angemessene Zeitpunkt noch nicht gekommen sei" 1). Wenn diese Stelle nicht eingeschobeu ist, so ums; der Autor diese Zeilen im Magreb unter der Verfolgung der Almohaden geschrieben haben. Da diese aber schon 1146 begonnen haben, so bleibt nur noch zu beweisen übrig, daß das Ende dieses Werkes ungefähr 1190—1194 mindestens ebenfalls im Magreb nur die ersten Worte der hebräischen Phrasen gegeben, da diese doch zu bekannt sind. ') Vergleiche über die Messiashossnnngen jener Epoche Nunlc's notierp. 25.