Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Etymologische Studien zur Kunde der rabbinischen Sprache und Alterthümer
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 316 (sequence 7)
- Language
- German
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316 Etymologische Studien 58 a: חבל של אפסקימא מאי אפסקימא א״ר אכא נ ר גי ל א מאי נרגילא אמר ר׳ יעקב דקלא דחד גברא, eine Meßschnur von אפסקימא (Aruch lieft אפקימא und erklärt es mit Nußbaumschale). Was ist אפי? R. Aba sagt: Nargila Coeospalme. Was ist Nargila? R. Jakob sagt: eine Palme mit Einer Bastlage (Raschi) oder eine Palme mit Einem Zweige (Arnch ״ — .(גברägyelXiov juglans indica major, apud Cosraam Indicopleustem ex ran! fityaXmv xaqvmv *IvSixiöv. Vulgo C 0 c 0 s appellant“ bei Duc. gl. gr. app. p. 24 ist daher in vagyeZZcov zu emendiren. — Tie Coeospalme hat ״einen drei Zoll dicken Bast, welcher wie Hans behandelt. .. sich zu dauerhaften Bindfäden, Stricken, Seilen u. s. w. verarbeiten läßt. Auch spinnt man Garn darans (Meyer's EL. Palmen). גריל Pergament weiß sich de Lara 11 גול etymologisch nicht zu enträthseln; Heidenheim (Machsor Schabnoth im Commeitt. zu אקדמות Vers 5) bringt es mit גליון ,מגלה ,גלל in Verbindüng; Sachs Beitr. II, 188 stellt in sehr gezwungener Weise גריל mit dem Orte גבל Byblns zusammen, der seinen Namen von der bastartigen Pflanze ßvßZoc, das auch zu einem Schreibmaterial diente, erhalten haben soll. Nun ist aber die Bedeutung Pergament für גריל gegen jeden Zweifel gesichert und der Versuch, dem Worte die Bedeutung Bastpapier zu vindiciren, widerspricht geradezu dem im Talmud feststehenden Gebrauch desselben und ignorirt halachische Bestimmungen. Sachs hat das natürlich ebenfalls herausgefühlt und sucht sein traditionsgläubiges Gewissen mit der Erwägung zu beschwichtigen: ״da es sich hier um eine rein gelehrte Spezialität handelt, ist der Weg für eine in die Praxis ohnehin nicht eingreifende Untersuchung (?) frei und eine von den talmudischen Angaben abweichende Meiuung zu äußern unverfänglich". Ich halte גריל in voller Uebereinstimmung mit der traditionell festgestellten Bedeutung zu v«llum Pergament (engl, vellum, franz. vdlin, Velinpapier, fein־ stes Pergament, das Diez II, 433 merkwürdiger Weise nicht von vollus — Vließ, sondern von veau Kalb ableitet). Das ג in גויל zeigt den im Rabbinischen vereinzelten, aber im Persischen und den romanischen Sprachen sehr häufigen Fall, daß das anlautende v, w in g oder das gutturale gu übergehen: Vgl. p. guräz oder wuräz — verres, zend: garema, np. garm —