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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1870-01-01 · Heft 7 · p. Seite 294

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
19 (1870)
Issue
Heft 7
Article
Das Erdbeben in den Tagen Usia's
Date
1870-01-01
Page
Seite 294 (sequence 6)
Language
German
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294 Das Erdbeben in den Tagen Usia's. erschütterungen kündigten bereits das große Erdbeben an'). In solchen Unglückssällen erblickte die tiefreligiöfe Weltanschauung der Propheten die Vorzeichen des zum Gericht erscheinenden Gottes, des nahenden ״Tages des Herrn". Hierzu kommt, daß Joel selbst im letzten Kapitel 4,12, ״den Völkern allen ringsumher" das göttliche Strafgericht angedroht hatte. Diesen Gedanken nimmt nun Joel's Nachfolger in erster Linie aus, er läßt die sieben benachbarten Reiche, der Syrer, Philister, Tyrier, Edomiter, Anmioniter, Moabiter und das Reich Juda die Revue passiren und verkündigt über ein jedes das göttliche Strafgericht, von dem es betroffen werden würde (I, 3—II, 6). Nachdem er so den Kreis enger gezogen, rückt er seinem eigentlichen Thema näher, und wendet sich an das Zehnstämmereich in längerer und ausführlicher Rede. Mit mannhaften, wuchtigen Worten bezeichnet er die Laster, und deckt die innere Hohlheit unter dem äußeren Glanz auf, und zwar: Mangel an Rechtsschutz, Eorruption, Ausbeutung der unteren Klassen, üppige, ausschweifende Lebensweise, die Sinnlichkeit befriedigenden Götzendienst und Schwelgerei, — Laster, die durch den Wohlstand, die Machtfülle und den blühenden Zustand, in welchem sich das Reich unter der langen, glücklichen Regierung Jerobeam's II. befand, entstanden waren. ״Aber habe ich nicht vor ihnena) den Enron — dessen Höhe wie Zedern, und dessen Macht wie Eichen — vertilgt" u. s. w. ״und habe Euch ' aus Egypten herausgeführt, um Euch in sein Besitzthum einzusetzen". (II, 10 und 11.) Mit diesen zwei Versen will der Prophet Dop- 3) ״Selten vergeht ein, wenigstens bedeutendes, Erdbeben mit einem einzigen bald niomentanen, bald wohl mehrere Minuten anhaltenden Stoße, sondern oft Monate, ja s e l b st Jahre Hindu r ch wiederholen sich die Bedungen des Bodens mit inehr oder welliger großer Stärke" (Rumbolät, Yoyage V, 1 ff.). Vielleicht ist auch das שנחים לפני הרעש hiernach zu erklären. 4) Das מפניהם bedeutet ״um ihretwillen"; um der Israeliten willen, die an die Stelle der entarteten Emoriter treten, und ein sittlicheres Leben führen sollten.

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