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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1870-01-01 · Heft 7 · p. Seite 293

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
19 (1870)
Issue
Heft 7
Article
Das Erdbeben in den Tagen Usia's
Date
1870-01-01
Page
Seite 293 (sequence 5)
Language
German
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Das Erdbeben in den Tagen Usia's. 293 vernahm. ״Und er sprach: ״Der Ewige, von Zion brüllet er, von Jerusalem her läßt er seine Stimme erschallen, — es trauern die Anger der Hirten, und des Carmel's Höhe verdorrt"') (Kap. 1, 2). ״Der Löwe hat gebrüllt, wer sollte nicht fürchten? Gott der Herr hat geredet, wer sollte nicht prophezeihen?" (3,8). — Damit spricht Ainos seine Prophetenweihe, und zugleich das Motiv seiner Dichtung aus, das wir, wie es sich durch alle seine Reden hinzieht, in seinen Hauptmomenten hier verfolgen wollen. Amos kennt seinen großen Vorgänger Joel, als dessen unnnttelbaren Fortsetzer er sich gleich im Eingänge dadurch bekennt, daß er an einen Ausspruch desselben — Joel 5, 16 — anlehnt 2), ja, nicht nur anlehnt, sondern daß er jenen Ausspruch an die Spitze seiner Reden stellt, und den zu Grunde liegenden Gedanken weiter ausspiunt. Die herrliche Zeit, die Joel gen Schluß seiner Reden geweissagt, war in Wirklichkeit nicht erschienen, im Gegentheil neue Mißgeschicke und Landesverheerungen waren eingetreten. Der Heuschreckenplage war eine mehrmonatliche Dürre (elr. 4, 6—9) und Pest (ib. V. 10) gefolgt: auch kleinere Erdostetidamus, Amos prophetam, qui pastor de pastoribus fuit . . . artis suae usum esse sermonibus“.!) Schon Jbn Esra bemerkt zu diesem Verse: רעם גדול שיהיה ואן ימנע הגשם; hiermit will er den Zusammenhang des Erdbebens mit der darauf folgenden Dürre begründen. Humboldt schreibt im Kosmos I, p. 448, Anm. 54: ״Wenn aber auch an dem Tage des Erdbebens selbst oder einige Tage vorher kein meteorologisches Zeichen die Erschütterung verkündigt, so ist doch der Einfluß der Jahreszeiten, der Frühjahrs- und Herbst-Aequinoctien, des Eintritts der Regenzeit nach langer Dürre u. s. w. darum nicht ganz wegzuläugnen". Auch As. d. Rossi spricht von יובש נפלא. a) Auf diese Anlehnung macht schon der Talmud aufmerksam, er erblickt darin den Grund, warum die Massora Amos auf Joel folgen läßt. Wie oben gezeigt ist, liegt der Grund nicht in der bloßen Benützung dieses Joelscheu Verses, sondern darin, daß Amos sich hierdurch als den geistigen Fortsetzer des in diesem Verse von Joel ausgesprochenen Gedankens documentirt. — Auch im Munde Joel's paßt das יי מציון ישאג ובי im Hinblick auf den ״Donner", der die Heuschreckenschwärme verscheuchte, und den er Kap. 11, V. 10 und 11 schildert ויי״ כתן קולו ובו׳. — lieber שאג, von ״Erdbeben" gesagt, et'r. Berach. jer. IX, 3 und Midr. rabba zu Exod. 6.29.

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