Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 280 (sequence 3)
- Language
- German
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280 Recensionen. vorangeschickt, worin er iru Allgemeinen über die Midraschim, welche die an die Spitze dieser Anzeige gesetzten Namen führen, über ihre Stellung in der Geschichte der jüdischen Literatur, ihre Urheber, Ausgaben 11. s. w. sich ausläßt. Doch können wir uns mit den hier zu Tage geförderten Resultaten nicht durchweg einverstanden erklären. Schon der Gang der Untersuchung ist ein sehr gewundener, dessen Verfolgung durch eine zu sehr iüs Einzelne gehende Besprechung früherer Ansichten noch erschwert wird. Herr F. versucht es nicht, wie es hätte geschehen sollen, die Entstehung und literär-geschichtliche Stellung dieser Bücher aus der Geschichte zu erklären, sondern er entwickelt seine Ansichten hierüber in einer nahe au die Pilpulistik streifenden Manier aus einzelnen, ganz beiläufigen, nur im Wege der Diskussion vorkommenden, keinesweges aber auf Entstehung und Wesen dieser Midraschim direkt eingehender: Aeußerungen des Talmuds, wie aus späteren, gleichfalls nicht in einer direkten Beziehung dazu stehenden Stellen, deren Aryehen überdies ein sehr problematisches ist. Hierbei gelangt Herr F. zu dem allerdings neuen, aber höchst eigenthümlichen Resultate, daß es zweierlei Sifra und Sifre gegeben habe, diejenigen, welche uns vorliegen, tutb welche diese Namen ohne weiteren Beisatz führen unb solche (verloren gegangene), welche den Beisatz haben: dsb 6 r a b. Aber abgesehen davon, daß von dieser Zweitheilung nirgends Etwas verlautet, begreift man auch nicht, woraus sie hätte entstehen sollen, noch weniger aber wird man begreifen, daß diese doch denselben Hauptnamen führenden und über denselben Gegenstand handelnden Bücher gleichwohl hätten verschiedenen Kategorien, die einen nämlich (die unsrigen) dem ״Midrasch", die anderen aber (mit dem Beisatz debe rab) der ״Mischnah" angehören sollen! (S. 16—20.) Daraus, daß etwa Stellen angeführt werden, die bei uns nicht Vorkommen, ist bei der Ver- Wahrlosung, welche diese Bücher erlitten haben, absolut Nichts zu schließen. Tenn Herr F. muß sich ja auch bei seinen Aufstellungen auf diesen Umstand berufen! ' Noch eigenthümlicher wird das Wort Mechiltha und das Verhältnis; des nüt diesem Namen belehnten Midrasch zu den übrigen erklärt. Das Wort מכילא ist die targumistische Uebersetzung von מדת; dieses ----- חק, dieses מדרש; also soll das ״Buch Mechiltha" gleich sein dem ספר החוקים או ספר מדרש הה^פוה. Herr F. verwendet viele Mühe auf die Feststellung dieser Bedeutung, aber er hat uns nicht überzeugen können. Die Midraschstellen über die Identität von חק und מדרש sind überdies von Herrn F. unsers Erachtens allesammt mißverstanden. Wenn der Midrasch sagt (S. 30) החקים אלו