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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1870-01-01 · Heft 6 · p. Seite 279

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
19 (1870)
Issue
Heft 6
Article
[Rezension]
Date
1870-01-01
Page
Seite 279 (sequence 2)
Language
German
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Recensionen. 279 diese Erscheinurrg ruhig hinweggehen, wenn sie bloß die private Sache eines oder einiger Autoren bliebe. Das ist aber leider nicht der Fall. Auch die schlechtesten Bücher finbeit ihre Leser, zumal in unserer Zeit, wo einem industriellen Autor allerlei Mittelchen zu Gebote stehen, sein Geisteslind für Wunder Was an den Mann zu bringen. Es braucht aber nicht gesagt zu werden, daß unter den so gewonnenen Lesern nur die Wenigsten ein selbstständiges Urtheil haben; die Meisten glauben, daß ein g emachtes Buch, das überdies mit dem obligaten Geräusch in die Welt tritt, auch immer gut gemacht sei. So wird denn der Sinn für wissenschaftliche Behandlung und Erforschung unserer Literatur gerade in den Kreisen, in welchen er erst gewellt werde!: sollte, durch einen großen Theil der hebräisch geschriebenen Untersuchungen, die dort ihren großten Absatz finden, vielmehr in: Keime erdrückt. Wer Gelegenheit hat, diese Erscheinung aus der Nähe zu beobachten, der wird sie tief beklagen. Alan kann von ihr geradezu sagen, daß sie einen Rückgang bezeichnet auf dem Wege der Wissenschaftlichkeit, den Männer wie Rapoport, Zunz, Frankel u. A. für die Behandlung unserer literarischen Schätze uns gezeigt und gebahnt haben. Dieser Thatsache gegenüber bildet die durch Herrn Friedmann herausgegebene Mechiltha eine erfreuliche Erscheinung. Herr F. hat, wie man sich selbst durch einen flüchtigen Ueberblick belehren kann, mit rühmenswerther Gewissenhaftigkeit für einen guten Text gesorgt und Alles fleißig zusammengetragen, was in dieser Richtung und für das Berständniß des Buches überhaupt von Belang ist. Wer da weiß, wie arg die lange Vernachlässigung und die Leichtfertigkeit der Abschreibet diesem Buche mitgespielt haben, wie selbst die Anzahl der Kapi- Lel, ihre Abtheilung u. bgl. m. bis heute noch eine strittige Sache war, wie manche Erklärungen mit Schriftversen in Verbindung gebracht waren, zu denen sie gar nicht gehörten, und wie sie von denjenigen, wozu sie gehörten, abgelöst waren, wie dann durch alle diese Mißlichkeiten das Buch in einen Zustand gerathen war, der es schwer lesbar machte — Wer diese Dinge weih, der wird sich freue!:, das Buch nunmehr gereinigt, wohlgeordnet, und in einer gefälligen äußeren Form vor sich zu haben. In den Anmerkungen und Erklärungen hat sich der Herausgeber meist auf die ndthwendigen Angaben beschränkt. Diese Beschränkung verdient Lob; denn da man bei wissenschaftlicher Benutznng des Buches durch Anmerkungen doch nicht von gewissenhafter selbstständiger Forschung entbunden werden ka!u:, so war es am besten, dieselben so kurz wie möglich zü fassen. Herr F. hat aber seiner Edition auch eine längere Einleitung

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