Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1870-01-01 · Heft 6 · p. Seite 249

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
19 (1870)
Issue
Heft 6
Article
Das Erdbeben in den Tagen Usia's
Date
1870-01-01
Page
Seite 249 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2829132-2829388-2829395-2865176--12794-2865200
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Das Erdbeben in den Tagen Usia's. 249 Schwellen, das Haus füllt sich mit Rauch" 1), und die jene traditiouelle Relation begründet erscheinen lassen, sieht man auf den ersten Blick. Doch muß man auch den Schlußvers des K. 5. in diese Schilderung hineinziehen, der offenbar das Bild des Erdbebens ausmalt. ״Und es tobt über ihm an jenem Tage wie Meerestoben; man blickt zur Erde und siehe! Finsterniß, Beängstigung, und das Sonnenlicht verdunkelt durch Gewölk".2) Es läßt sich recht wohl denken und mit einer vernünftigen Exegese vereinbaren, daß durch jenes Sacrileg des Usia und das auf den Fuß folgende Erdbeben, das allgemein als ein Gottesurtheil angesehen wurde, in dem jungen Jesaja der prophetische Geist geweckt wurde, und er voll heiligen Feuers als Gesandter des Herrn bei dem entarteten Volke auftrat. Zu seinen seiner ersten und feurigsten Reden, voller Bezie- Hungen auf dieses Erdbeben, gehört auch, was bisher übersehen worden, das 2 4 st e Kapitel, das wie ein glühender Lavastrom dahinfließt. V. 1.- ״Siehe, der Herr spaltet und *) Bei den Zerreißungen und Zerspaltungen des Bodens durch Erdbeben hat man oft — schreibt Humboldt (Kosmos I, 220 und IV 223) — aus den Spalten, schwarzen Rauch, Mofetten (irrespirable Gasarten), und selbst Feuerflammen hervorströmen gesehen. .Der Rauch war jedesmal um so dicker, als das unterirdische Getöse an Stärke zunahm. 2) Daß dieser Vers inhaltlich zum folgenden Kapitel gehört, das Bild vom Erdbeben entlehnt, und geschickt auf das im 6. Kap. geschilderte Ereignis; vorbereitet, ist von sämmtlichen Exegeten unbeachtet geblieben, und erscheint doch außer Zweifel. Das Toben oder Brüllen des Meeres, die Verfinsterung des Sonnenlichtes, die beängstigende Dunkelheit auf der Erde, sind altesammt deutliche Symptome eines zum Ausbruch kommenden Erdbebens (ekr. Plinius, Kp. 6, 20; 16, 16—17). Das והנה חושך צר braucht nicht (mit Ewald) gegen die massoret. Punctation als ״dichte (enge) Finsterniß" genommen zu werden; צר ist hier nicht Adjektiv, sondern Substantiv und bezeichnet einen Begriff für sich ״Bedrängnis;, Beklommenheit (des Genrüths)," eine Folge der plötzlich eingetretenen Finsternis; anr lichten Tage, man vergl. die Parallelstelle Fes. 8, 22, והנה צרה והשרה. Fürst (Lezicon) sieht צר als zusammen- -gezogenes צהר an ״Helle"; und wenn Raschi zur Stelle die Ansicht

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.