Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 238 (sequence 5)
- Language
- German
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238 Recensionen. Auch über die Stellung und die Lehre des Paulus ergeht sich Emden des Weitern und wir verweisen darauf hin in Beziehung auf das 3. Kapitel bei Renan ״Anfang der Beschneidungsfrage". Daselbst sucht Emden Paulus von der Jnconsequenz, das; er den Timotheus gegen seine Ueberzeugung beschnitten habe, während er bei Titus die Beschneidung unterließ, dadurch zu rechtfertigen, daß, wie Emden weint, Paulus bei Timotheus nicht aus bloßer Accommodation (wie chriftl. Gelehrte behaupten, s. Wiener, Realwörterb. II, 623) so gehandelt habe, sondern laut einer gesetzlichen Norm, im Geiste des jüdischen Gesetzes, demgemäß der Sohn einer Israelitin, obschon dessen Vater ein Grieche sei, beschnitten werden muffe. Bei Timotheus wäre (Apostelgesch. 16, 1—3) das eben der Fall gewesen, dessen Mutter eine Israelitin war, während Titus der Sohn heidnischer Eltern gewesen. — Den Heiden aber habe Paulus mit Recht die Beschneidung erlassen, sobald sie die sieben noachidischen Gebote beobachteten. לק תרע רלא קשיא מירי אפויל שמל את טימוטיאוש, כי בן אשה ישראלית מאיש יוני היה. ופויל למדן היה ובקי בדיני תורה ירע שגכרי הבא על בת ישראל הולד כשר ודינו כישראל נטור, לכן ברין עשה שמל את טימוטיאוש, ובשיטתו שאמר כל ארם ישאר בדתו... ע״ב טימוטיאוש הלזה שלידתו בקדושה דין ישראל היה לו וחייב במילה כמו בכל המצות. Eine abermalige Veröffentlichung dieses interessanten, aber wegen des unschönen Druckes kaum lesbaren Sendschreibens nebst Auszügen aus andern Werken Emdens, die das Christenthum behandeln, wäre wünschenswerth und Herr Wagenaar, der Biograph Emdens, dürfte sich dieser Aufgäbe gerne unterziehen. Renan's Paulus, im Großen und Ganzen die Vorzüge seiner älteren Brüder theilend, reich an geistreichen Pointen, irr der Charakteristik meist divinatorisch, in der Geschichtsauffassung stark reconstructiv, verfällt dadurch eben in thatsächliche Jrrthümer. Ganz besonders was das jübische Alterthum betrifft, macht Renan bei aller Umsicht in der Benutzung der ihm zu Gebote stehenden Literatur dennoch Verstöße. So wenn er (S. 103), Hillel als den Hagadisten charakterisirt im Gegensatz zu Schamal als den Halachisten; wenn er, S. 102, die Bekehrung der Heiden der Agada zum Ziele setzt; daselbst die Agada hauptsächlich galiläischen, die Halacha jerusalemischen Ursprungs sein läßt und es übersieht, daß der ״Talmud" ebenso viel Halacha als Hagada enthält.