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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1870-01-01 · Heft 5 · p. Seite 239

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
19 (1870)
Issue
Heft 5
Article
[Rezension]
Date
1870-01-01
Page
Seite 239 (sequence 6)
Language
German
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Recensionen. 239 Aber man nimmt derartige Ausschreitungen tendenziöser Combination bei einem Werke von dieser Bedeutung gegenüber der erhabenen Gesammtauffassung gerne hin, zumal in Rücksicht auf die hinreißende Darstellung, den Fleiß und den Muth des Verfassers. D. Oppenheim. Studien über Tanchum Jeruschalmi von Ignaz Goldziher, eanä. Orient. — Leipzig 1870, Commissionsverlag von List & Franke. VIII, 56 S. deutsch, 16 S. arabisch. Immer mehr wird das Dunkel erhellt, welches über die grammatischeu und exegetischen Leistungen vieler jüdischen Autoren des Mittelalters ausgebreitet ist. Seitdem Munk durch seine Notiz über Abulwalid und einige ältere Grammatiker daraus aufmerksanr gemacht hat, daß David Kimchi keineswegs unübertroffen oder gar unerreicht in der sprachwissenschaftlichen jüdischen Litteratur dastehe, sind manche bis dahin ungedruckte Schriften von Grammatikern, Lexikographen und Cxegeten theils edirt, theils durch darüber erschienene Monographien der allgenieinen Beachtung und Kenntniß näher gerückt worden. Beides zugleich strebt der Verf. der uns vorliegenden Arbeit in Bezug auf den nur wenig bekannten Bibel-Commentator Tanchum Jeruschalmi an, indem er einerseits Untersuchungen über den Lebensgang dieses Mannes und den Geist seiner Schriften ansteltt, anderseits Excerpte von noch Ungedrucktem aus seinen Werken giebt. Es kam ihn: bei dieser Arbeit seine nicht unbedeutende Kenntnis; des Arabischen sehr zu Statten, welche er fast auf jeder Seite des Schriftchens sehr, ja oft zu sehr bekundet. Wir sagen ״zu sehr" — denn wir wollen in diesein aufrichtig gespendeten Lobe auch zugleich einen leisen Tadel eingeschlossen wissen, den nämlich, daß der Verf. an manchen Stellen oft ganz einfache Behauptungen mit einem Ballaste gelehrter Noten und Belege aus arabischen Schriften, gedruckten und ungedruckten, beschwert. Eine größere Selbstbeschränkung wäre darum dem Verf. bei späteren Arbeiten auf das Dringendste zu empfehlen, wie wir ihm nicht minder rathen, der Form der Darstellung eine ebenso große Sorgfalt wie dem Inhalte zuzuwenden. (Schluß folgt.)

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