Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Eine Kleinigkeit zur palästinensischen Geographie
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 230 (sequence 4)
- Language
- German
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230 Eine Kleinigkeit zur palastinensichen Geographie. Jerusalem und dem Felszacken, von welchen: der Sündenbock hinabgeschleudert zu werden pflegte; R'Mei'r giebt sie auf 12 Millien, Andere aus 10 Millien an: עשר סוכות ושנים עשר מילין היו מירושלים ,ער צוק). ר׳ יהודה אומר . . . עשרה מילין) (Babli Joma p. 07 a, jeruf. p. 43 d). Von dieser Unkunde mag es kommen, daß N'Jehuda die Entfernung von בית הרורו bis Jerusalem auf 8 Millien ansetzt, während sie nach Josephus etwa noch einmal so viel betrug. Auch abgesehen von diesem Umstande, kann R' Jehuda's Angabe nicht ganz genau sein, da die Wüste Juda unmöglich 3 Millien von Jerusalem, 5/s geographische Meilen, gewissermaßen vor drin Thore, begonnen haben kann. An diesem Wiederspruche darf man sich also nicht stoßen. Sonst aber kommen sämnitliche Lesearten zu ihren: Rechte, wenn man בית הרורו mit Herodium vergleicht, selbst die in der jerus. Talmudausgabe erhaltene בית חותן. Grade diese dürste einen Theil des ursprünglichen Klanges wiedergeben. Josephus nennt diese Wüstenfestung bald Herodion, bald Herodeion, auch Herodias. Hebräisch muß sie also gelautet haben, da der O-Läut im Worte Herodes anticipirt wurde—הוררוס — etwa בית הורדיון und abgekürzt הורתן; diese Form scheint in בית ח ורון corrumpirt zu sein. Die Leseart in Pseudo-Jonathan. התרי, deutet auf die Form Herodia, und הרות ist aus dieser Form corrmmpirt. Ist nun Bet-Horda: (wie man jedenfalls lesen muß) mit Herodium identisch, so muß der Träger des Sündenbockes zuerst von Jerusalem auf seinen: Wege nach den: Felszacken (צוק) die südöstliche Richtung eingeschlagen haben, um da!::: durch mehrere Stationen zu einer Höhe zu gelangen, welche nach dem todten Meere zu abfällt. Es ist also falsch, diesen Felszacken oder עואול auf dem Gebirge zu suchen, das nordöstlich nach Jericho zu absteigt, wie Wiesner es thut, um den Azazel-Berg mit dem Berge der Versuchung Jesu (Quarantania) zu identisiciren. Wenn die christliche Legende den überhaupt legendenhaften Berg Quarantania in die Richtung von Jericho versetzt, so ist das ihre Sache; sie vermag keinerlei Anhaltspunkt dafür zu geben. Aber man darf daraus nicht folgern, daß der Azazel-Zacken in der Richtung nach Jericho zu suchen sei. Galt dieser Berg in dem Volksglauben, weil der Sündenbock dorthin transportirt wurde, als eine Art