Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Etymologische Studien zur Kunde der rabbinischen Sprache und Alterthümer
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 224 (sequence 15)
- Language
- German
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224 Etymologische Studien II. Die Ermittelung der richtigeir Etymologie eines Wortes gewährt ein doppeltes Jirteresse: ein sprachliches und ein cttlturhistorisches. Es wird dadurch das sichere Verständniß der Texte wesentlich gefördert, die sprachliche Entwickelung der Wörter dargelegt und innerhalb Einer Sprache das eiitheinrische von dem fremden Güte gesondert. Ganz besvttders bei der rabbinischen Sprache, der Fortbildung einer in ihrer freien selbstständigen Entwickelung gehemnrten Sprache ist es von dem größten Interesse, das nrassenhafte Eindringen der Lehnlvörter in das einheimische Sprachgut zu verfolgen.' Durch den engen Verkehr nüt Persern, Griechen und Römern beginnt ein förmlicher Austausch der Begriffe und nüt dem. fremden Begriffe bürgert sich auch die fremde Bezeichnung ein. ״Nicht blos bringt gern die fremde Waare oder ein sonstiger austvärtiger Gegenstand, wovon man neue Kunde erhält, seinen ausländischen Namen mit, sondern auch bei Einbürgerung von Begriffen, Ideen, Handlungen, Aemtern, wie in anderweiten auf Leben, Kunst und Wissenschaft bezüglichen Gebieten. . . geschieht das häufig". (Pott, etymologische Forschungen II, 1. Abtheilnng 119.) In vielen Fällen mißbraucht der fremde Eindringling das ihnr gewährte Gastrecht und verdrängt das einheimische Wort oder er accomodirt sich in seiner äußern Erscheinung seiner neuen Umgebung, daß eine spätere Generation den fremden Ursprung nur schwer oder gar nicht erkennt. Ja, zuweilen wird sogar nüt der fremden Waare ein förmlicher Luxus getrieben und der vorhandenen hebräisch-rabbinischen Bildung ein Freiudwort vorgezogen. Nicht bloß Substantiva werden herüber genommen, sondern, was eiüen stärkeren Einfluß des Fremden bekundet und was bisher wenig beachtet wurde, auch Partikeln urtb Zeitwörter. In der Mischna, Tosefta, Mechilta, Sifra, Sifre, dem Jerusalemischen Talmud und den späteren. Midraschim, macht sich das griechischrömische, inr babylonischen Talmud das Persische mehr bemerklich. Es bildet sich eine Art Musivstyl: ganze Sätze aus fremden Sprachen werden aufgenommen, Wortspiele mit rabbinischen und fremden Wörtern geinacht. Ich werde dieser Sprachmischung ein besonderes Augenmerk zuwenden und die Spanen derselben