Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Etymologische Studien zur Kunde der rabbinischen Sprache und Alterthümer
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 212 (sequence 3)
- Language
- German
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212 Etymologische Studien Ich lasse einige Stellen folgen, in denen der richtige Sinn i oder die richtige Etymologie durch eine Emendatioit des Textes ermittelt tvird: Sifre gu Deut. 1, 8: כשאחם נכנסים לארץ אין אתם צדיכין כלי דין אלא קובע.ד י וס ט ין ומחלק. — Targ. Pseudojou. z. St.: וקבעו בח דפטיא ופלגודת. Leoy übersetzt die Targumstelle: nehmet das Land in Besitz, stecket darin zwei Lichter an und vertheilet es (דיופטין non övo und t/wc). Das Unwahrscheinliche dieser Erklärung leuchtet sofort ein, ebenso ist die iu Sifre 6d. Friedm. vorgebrachte Erklärung etymologisch unhaltbar. Es ist statt דיופטין oder דפטיא zu lesen: דיבטא, syr. דיבטא, Scaß^g, libella, Zimmermannswage, Lothwage, Senkblei (vgl. Hoffmann de hermeneuticis apud Syros. Aristoteleis 166 sv.) oder דיופטרא, Momqa, der Diopter, ein Werkzeug zur Höhenmessung und zum Nivelliren. Der Sinn der Stelle ist: nehnret das Land in Bej sitz, stellet ein Senkblei oder Diopter auf, d. h. vermesset und theilet es. Vgl. meine Beurerkung in Frankens Monatsschr. XV, 153.! guwäl, Sack. Das ק all: Ende, seltener ח ,ג u. ך ist bei sehr vielen perfischen Wörtern, die in's Rabbinische ausgenommen wurden, statt des schließenden persischen 11 oder auch in Ermangelung desselben zu finden. פזמק halte ich für päieng und päceng (Vullers und Lagarde für ivasmalc), in welchem durch Verwechselung des מ und נ dasselbe זנק steckt, das auch im syrischen זנקא Schuh, זנקיא Schuhmacher und כרזנקא Schienbein zu finben ist (stehe Lag. 8v.) und in die mittelalterliche Latinitat und Gräcität als tzancha ul:d rtßyyac Schuhe übergegangen ist (siehe Dueange 8. v.). Hierher gehört auch 71ag!L1äxfy]g? calceonun feminarum confector (Duc. gl. gr. 1125) und פזמקי ist vielleicht gar nicht direkt aus dem Persischen geschöpft, sondern erst durch die Vermittelung des byzantinischen Sprachkreises herübergekommen, so das; die an das Wort geknüpfte Vermuthung Lagarde's auch ohnehin hinfällig wird. — Levy hält גואלקא für yav/Log Schöpfeimer und פוזמקי für zusammengesetzt aus novg und מוקי. Vgl. meine Bemerkungen in Frankens Monatsschr. XV, 151 und XVI, 302. — Blau versucht a. a. O. noch mehrere Lehnwörter aus dem Türkischen im Aramäischen nachzuweisen. Das von ihm herangezogene בסתרקא Teppich ist ein gut persisches Wort (vgl. Vullers raclices 8. v. gasterden) und in Bezug auf איהרום halte ich meine in Zeitschr. der DMG XX, 446 gemachte Behauptung, daß es nicht Ruß sondern Farbe, bedeute, auch jetzt noch aufrecht.