Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Beleuchtung einiger Stellen in Exodus 3, 1-15, 22
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 206 (sequence 14)
- Language
- German
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208 Beleuchtung einiger Stellen in Erodus 3, 1—15, 22. zersetzende Kritik die ansbessernde und verbessernde Hand verschiedener, so weit auseinander liegender Zeiten erblickte: da zeigen sich Harmonie und planmäßiger Zusammenhang in einer Weise, wie sie nur bei Produkten möglich sind, die ihren Ursprung und ihre Ausführung einem einzigen, mit Absicht schaffenden Geiste zu verdanken haben. Das vor unseren Augen aufgeführte Gebäude zeigt nicht nur keine Lücke, sondern überrascht sogar durch seine, zwar seltenen und fremdartigen, aber künstlerischen Formen. Eine eingehende Betrachtung einiger Züge dieses Werkes der absichtlichen Einheit drängt unwillkürlich zur Besprechung solcher Punkte, die ursprünglich gar nicht von der Untersuchung in Betracht gezogen worden und deren Besprechung daher auch nicht in ihrer Absicht liegen konnte. Wir glauben nämlich, in manchen Zügen einen unwiderlegbaren Beweis zu haben, daß die Abfaffungszeit unserer biblischen Partie unmöglich nach Josua's Tod. gesetzt werden kann; wie zweitens, auch einige Winke zu bemerken, die die Zusammengehörigkeit derselben mit andern biblischen Partien bekunden. Das Streben nach Gewißheit hinsichtlich der Abfassungszeit und Zusammengehörigkeit des Pentateuchs bildet seit geraumer Zeit in gewissen exegetischen Kreisen das Hauptinteresse. Die sprachliche und sachliche Erklärung ist in den Hintergrund getreten und wird nur insofern berücksichtigt, als sie der Erreichung des eben erwähnten Zieles förderlich fein kann. Es versteht sich von selbst, daß die Pflege des rein exegetischen Zweiges nicht ganz vernachlässigt wird. Dies wäre ja auch unmöglich; bildet doch die Exegese das Fundament der bibelkritischen Forschung! Dies schließt aber nicht aus, daß die Kultivirung der eigentlichen Exegese nicht als Zweck, sondern als Mittel betrachtet wird. Und so kommt es, daß selbst die Forschungen von rein exegetischem Interesse die auf der Tagesordnung stehenden exegetisch-kritischen Fragen zu berücksichtigen sich genöthigt sieht. Was unsere Untersuchung insbesondere betrifft, so hat dieselbe schon ohnehin unwillkürlich das exegetisch-kritische