Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Über den Ursprung und die Bedeutung des Ausdruckes "min" im babyl. und jerus. Talmud
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 175 (sequence 13)
- Language
- German
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des Ausdruckes פין״" im babyl. und jeruf. Talmud. 175 wir es mit Anordnungen dogmatischer Natur zu thun haben. Ans dem Judenthume hatte das Christenthum der drei ersten Jahrhunderte die Idee hinübergenommen, daß der dankbare Speisegenuß.des alltäglichen Lebens ein Opfer sei, sowie allem Deni, was wir im Gedanken an Gott thun, der Stempel der Heiligkeit aufgedrückt werde, und gab ihr das Gepräge eines Genießens und Lebens für Jesum. So sagt Paulus: ״Wer da isset, der isset dem H e r r n zu lieb .... ״so leben wir dem Herrn" (Römerbrief 14, 7 ff. —Justin (Dial. c. Tryph. c. 28, 29; Kap. 1 l(i, 117, 118, Kap. 185 u. s.) gesteht, daß dieser Begriff vom Opfern sich bei den Juden finde, findet aber die der Christen reiner (xaihxQa) und würdiger i>!,w>v nw aiiov yiv011.)r weil sie alles (ha mv xvqtor r. thäten. Kommt noch dazu die Annahme, durch eine Theilnahme an der Mahlzeit trete man mit dem verehrten Objecte in eine Verbindung (1. Kor. 10, 20; 21. Austin l Apol. und Diab. c. Tr. an mehreren Stellen: Babli Ab. Sara 8 a וקרא לך ואכלת עבדי ע״ב בתהרה), so wird man eiuseheu, warum Hinsicht des Schlachtens der Mätn unter den Heiden gestellt wird. Aus dem Grunde mag auch R. (Chulin 87 a) dem Main 40. S. fiir den כוסשל ברבת angetragen haben. Daß er heidnischer Abstammung war, beweist die Nachricht R. Jsaak's, daß er zu den aristokratischen Familien Nom's gehörte. Derselben Abstammung wird auch sein Genosse gewesen sein, der aus Verlegenheit um eine Antwort zum Selbstmörder wird. Was seine Kosmologie betrifft, muß man ihn nicht gerade zum Gnostiker machen; es ist vielmehr die Ansicht, Gott habe sich des Logos und der Engel zur Schöpfung bedient, die er vertritt, was wir auch bei Justin finden. Wegen dieser Ansicht von dem täglichen Genüsse mögen Manche auch das Blut, das sie nicht genießen konnten (Tertul. Apol. 9) nicht auf den Boden hingegossen haben (Chulin 41 d). Das Buch der Jubiläen, das das Blut zu verdecken wiederholt einschärft, befiehlt 21, 22 ausdrücklich das Blut zu begraben, lieber dessen christlichen Charakter ein anderes Mal. Daß der in Babylon lebende R. Nachman (ibid. 13 a) der Meinung war, es gebe keine Ma'i'nin, Christen, unter den Heiden, hängt von örtlichen Umständen ab (vgl. Pes. 56 a; A. S. 4 a oben S. 163); denn aus der Frage: Wir sehen doch, es gebe welche? erhellt deutlich das Gegentheil, was auch im Folgen-