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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1870-01-01 · Heft 4 · p. Seite 170

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
19 (1870)
Issue
Heft 4
Article
Über den Ursprung und die Bedeutung des Ausdruckes "min" im babyl. und jerus. Talmud
Date
1870-01-01
Page
Seite 170 (sequence 8)
Language
German
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170 ltcöer den Ursprung und die Bedeutung aus dem Umstande, daß er einen Jehudi gemordet, daß er Heidirischer Abstammung war; im Jeruschalmi: Maaser, scheni 55a steht übrigens eiirfach: "חד בר נש". Der Main, der sich über R. Seseth, (Berach bab. 58) lustig nracht, bietet keine besondere Merkmale dar; dagegen giebt sich der Main, der R. Zehoschua S. Chanarrja das liebevolle Complinrent macht (Erubin bab. 101 a), daß die Besten der Juderr Dorneir seien, hierdurch als Heidenchristen nichtjüdischer Herkunft zu erkennen. Es deutet auf eine Periode, in der die christliche Kirche zur herrschenden Macht geworden, rvenn inan sich fürchtete, das: ברוך שבש בב1ד nach: שמע ישראל leise zu sprechen (Pesach, bab. 568), um nicht bei den Mainin in Verdacht zu kommen, man flüstere nach dem Einheitsbekenntnisse eine Schmähung gegen die Trinität. Gleichfalls auf hohe Macht der Kirche und auf einen geborenen Römer deutet die Erzählung (ibid. 87 b), ein Main habe dem R. Chanina vorgehalten, wie seine Angehörigen toleranter wären, als die Juden in der Zeit ihrer Macht, durch R. Uschaja in die Enge getrieben aber eingestehen muß, daß ihnen die Hände gebunden seien. Es scheinen R. Chanina S. Abahn und R. Uschaja der jüngere zu sein, und wir befinden uns in der Regierungszeit Constantins, der dem äußersten Fanatismus, bei aller Ergebenheit unter die Kirche, dennoch Grenzen setzte. Rosch hasch, babli 17 b, werden unter einer langen Reihe von Parteien auch die Malnin angeführt. Auf die erstaunte Frage der Gemara, warum diesen allen ewige Verdammung verkündet -wird, lautet die Antwort: weil sie sich an der Zerstörung der Stadt und des Tempels betheiligt, d. h. genauer ausgedrückt, daß hier die eivige Verdammung nicht ernst gemeint sei — wie das Judenthum überhaupt keine solche kennt — sondern bloßer Ausdruck des tiefgekränkten Herzens. ף Um den Main in überhaupt keinen Anknüpfungspunkt zu bieten, empfiehlt R. Akiba seinen Schülern die ängstlichste Behütsamkeit in Entscheidungen religiöser Fragen (Joma, bab. 40b). Es ist der Ton des Uebermuths der zur Herrschaft gelangten Kirche, wenn ein Main (ibid 56b) spottend dem R. Chanina zuruft: '״ .השתא בריNun habet ihr den klaren Beweis, daß ihr ein — wie nun die liebenswürdigen Ausdrücke lauten mochten. ') Wenn man diese Stelle mit den Parall. Tosifta Srpched. XIII und Seder Olam rabba 111 Ende kritisch vergleicht und emendirt, so ergiebt sich ein ganz anderer Sinn derselben. Anmerk. d. R.

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