Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Über den Ursprung und die Bedeutung des Ausdruckes "min" im babyl. und jerus. Talmud
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 167 (sequence 5)
- Language
- German
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des Ausdruckes מין״" im babyl. und jerus. Talmud. 167 in der ersten Aufwallung zmn Fluche hiureißen lassen wollte, sich ermannt und bittere Vorwürfe macht, daß ihm auch nur ein solcher eines Frommen unwürdige Gedanken in den Sinn gekommen. Es bestätigt sich dadurch die Behauptung des ch r i st l ich e n Missionar's Biesenthäl und der jüdischen Historiker Jost und Graetz, daß die Berach, babli 28 b ff. (vgl. Jerusch. eä. Krotoschin 4 b, 5 g, 8 3, 9 b und Parall.) erwähnte ברכת המינים keineswegs eine Verwüuschungsformel, sondern eine bloße Parole, vor fremden und schädlichen Eindringlingen sich zu schützen. Die Erklärung R. I. S. L., daß dieser Segensspruch בנגר חוליא קטנה שבשדרה, deutet auf einen politischen Charakter; die Pauliner liebäugelten offen mit den Römern, Römerbrief 13, 1—6, aber auch die Judenchristen waren verdächtig, weil sie in der Zerstörung Jerusalems und des Tempels die Bestätigung der Mession Jesu erblickten. Hierdurch würde sich auch erklären, warum nur der vom Betpult gewiesen wurde, der sich am Anfange irrte, nicht aber der, dem es in der Mitte widerfuhr. Dieselbe Auffassung theilen auch die andern Erklärer Ni כננר אב oder כנגד אל הבבור הרעים. Der 200 Jahre nachher lebende R. Josef S. Chia's allein legt der Anordnung einen dogmatischen Grund unter: כנגר אחר שבק״ש und war eben so schlecht unterrichtet, wie der um die Zeit seines Todes geborene Hieronymus, der behauptet, daß die Juden unter dem Namen: Nazaräer täglich 3 mal die Christe n verwünschten. Daß hier Hier, unter Nazaräer Christen überhaupt versteht, widerlegt den Beweis, daß er unter Minäer bloß Judenchristen verstehe (vgl. Buxt. 8. v. Graetz IV 433, 435). Obgleich der Vers Jes. 54, 1 in Heidenchristlichen Kreisen z. B. Gälaterbr. 4, 27, II. Brief Clemens Anfang eine große Rolle spielt, so scheint mir, der Main, der die Beruria neckt, ein Judenchrist zu sein. Er spottet ob der Hoffnung der Juden, worauf sie ihm (Ber. d 10 3) antwortet, daß diese Leiden Freuden vorbereiten; ihm zugleich nach damaliger Redeweise einen Hieb versetzend. Rab. Abahu, ein Dorn in den Augen der Christen, so daß sie ihn mit eigener Lebensgefahr aus dem Wege räumen wollten (A. Sara bab. 28 3), hat sicherlich Berach. bab. 10 3 eine Disputation mit einem Anhänger der danrals verbreitetsten katholischen Kirche. Der Main scheint dem R. Abahu wegen Unzufriedenheiten von Seiten der Juden Vorwürfe