Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Über den Ursprung und die Bedeutung des Ausdruckes "min" im babyl. und jerus. Talmud
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 164 (sequence 2)
- Language
- German
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161 lieft«: den Ursprung und die Bedeutung (Orient 1844 Ltb. 204—207, ibid. 1846, LtL. 620), Anonym (Kirchheim) (ibid. 1845 1—5), daß unter ״מינים״ Christen gemeint seien, nach elfteren מין״" Ketzer mit Weglassung der ersten Sylbe aus: מאמין״", als ״ironische Beziehung ans die von den (paulinischen?) Urchristen als ausschließliches Gut betrachte manc, nach Dreifuß Abriviatur aus: מאמין ישו נוצנוי״". Jost (Judenthum und Sekten I 414) findet die letzte Ableitung wahrscheinlich, behauptet aber, daß es keinem Zweifel unterliege, "מינים" seien Judenchristen. Graetz endlich, der in seiner lehrreichen Schrift: Gnosticismns und Jndenthum, a u ch die Gnostiker unter מינים״" verstanden missen möchte, sagt nun a. o. a. O. "מין" werde in der talmudischen Litteratur nur in diesem engen Sinne (I u d e n ch r i st) genommen, wobei er zugleich aufmerksam macht, daß Sifra oder Thorath Kohanim durchgehends den Plur. מאונים schreiben. Dies ist nun der Punkt, wo die ferneren Untersuchungen unseres Gegenstandes einzusetzen haben. Ich wurde, wie ich gerne gestehe, durch die Eingangs erwähnten Worte des Herrn Prof. Graetz auf diese Partie aufmerksam gemacht; um mir jedoch die Perspektive nicht verschieben zu lassen, ließ ich alles das, was etwa Hierüber gesagt wurde, vorläufig unberücksichtigt, sammelte — wie ich glaube — sämmtliche Stellen in den beiden Talmuden Babli in der venet. princ. Edit.), in denen unser Wort vorkommt; nachdem ich durch Prüfung derselben zu dem sicheren Resultate gelangt war, daß unter den מינים״" Christen in der weitern Bedeutung des Wortes gemeint seien, konnte ich um so genauer die Meinungen meiner Vorgänger beurtheilen. Ich konnte nicht nur von dem so gewonnen festen Punkte aus die entgegengesetzten Erklärungen mit mehr Bestimmtheit zurückweisen, sondem fand auch, daß die mit mir Uebereinstimmenden nur darum nicht zu einem abschließenden Resultate gelangten, weil sie blos die Stellen beibrachten, auf die ״sie zufällig stießen", nach dem eigenen Geständnisse des Herrn vr. Dreifuß, von dem allein ich mit mir übereinstimmende Erklärungen fand, wozu nur noch die von Graetz in ״Gnosticismns und Judenthum" und ״Geschichte: B. 4 und Jost: Judenthnm und Secten B. I b erührten hinzukommen; von den übrigen oben angeführten Vorarbeitern fand ich nichts mehr, als bloße Erklärung des Wortes in Hinsicht der Etymologie. Was diese nun betrifft, so