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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1870-01-01 · Heft 4 · p. Seite 160

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
19 (1870)
Issue
Heft 4
Article
Beleuchtung einiger Stellen in Exodus 3, 1-15, 22
Date
1870-01-01
Page
Seite 160 (sequence 16)
Language
German
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160 Beleuchtung einiger Stellen in Exodus 3, 1—15, 22. prüfende Blick überzeugt sich leicht davon. Das erste Kapitel unseres Buches schildert auf meisterhafte Weise, wenn auch in allgemeinen Umrissen, in einigen Sätzen die verschiedenen Phasen der Leidensgeschichte Jsrael's in Egypten. Nachmanides hat mit tiefem Blicke die Bedeutung dieses Kapitels erkannt und den Hintergrund desselben meistentheils gut gezeichnet. Der letzte Vers dieses Kapitels enthält eine Nachricht, in der augenscheinlich der Uebergang zum zweiten Kapitel liegt. Und was enthält dieses letzte? Die Geschichte Mose's von seiner Geburt an bis zum Greisenalter. Beim Lesen dieser Geschichte wird Keiner, wenn es ihm nicht schon anderiveitig bekannt ist, im Entferntesten vermuthen, daß er vor sich eine skizzirte Biographie des Mannes habe, der berufen war, später in der Geschichte eine solche Rolle zu spielen. Wir sehen das Kind eines Ehepaares, von dem nichts weiter bekannt ist, als daß cs dein Stamme Levi angehört, geboren werden und es in den Nil werfen u. s. >v. Man merkt zwar, daß irgend ein historisches Interesse sich an das Kind knüpfen müsse, weiter aber auch nichts. Man folgt den anziehenden Ereignissen des unterdessen zum Manne herangewachsenen Kindes mit einigem Interesse, und plötzlich steht man vor solch überwältigenden Erscheinungen, die unsere Aufmerksamkeit so in Ansprach nehmen, daß man den Zusammenhang derselben mit den früheren Ereignissen ganz vergißt. Die großartige Figur Mose's verwischt jede Spur der Geschichte, die man bis jetzt mit Theilnähme verfolgt hat. Der Erzähler darf aber nicht uns mitten in unserer Betrachtung und Vertiefung in das große Gemälde an den Zusammenhang desselben mit den früheren erinnern, will er nicht durch diese Unterbrechung den Eindruck der Betrachtung stören. Erst der Eintritt einer Pause gestattet ihm die erinnernde Bemerkung. Und eine solche Pause ist mit dem Ende des ersten Abschnittes eingetreten. Wenn irgendwo, so kann hier der Pentateuch der gedachten Pflicht genügen, um so mehr, als gerade hier der Zeitpunkt ist, in welchem eine andere, mit Mose so

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