Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1870-01-01 · Heft 4 · p. Seite 158

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
19 (1870)
Issue
Heft 4
Article
Beleuchtung einiger Stellen in Exodus 3, 1-15, 22
Date
1870-01-01
Page
Seite 158 (sequence 14)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
99% known words query
IRI
…/2829132-2829388-2829393-2865041--12682-2865070
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

158 Beleuchtung einiger Stellen in Exodus 3, 1—15, 22. Abschnittes ist hier zu suchen. Denn der Grundgedanke dieses Abschnittes ist: Mose und Ahron, die zwei Faktoren der Erlösung, führen beit hartnäckigen Befreiungskampf mit Pharao. Wie kam es aber, daß Ahron diese bedeutende Rolle, die ihm in der Offenbarung am Horeb nicht zugedacht war, erhielt? Nachdem Mose eingesehen hatte, daß ans die Mitwirkung des Volkes nicht zu rechnen sei, stand ihm zur Erreichung seines Zieles nur ein einziger Weg offen. Anstatt durch oder in Gemeinschaft mit dein Volke auf Pharao einzuwirken, mußte man nun direkt mit demselben unterhandeln. Aber dann war Beredsamkeit noch unentbehrlicher als früher, wo man es mit dein Volke zu thun hatte. Und diese Gabe besaß Mose eben nicht. Die Erfolglosigkeit seines letzten Schrittes bei dem Volke mußte ihn von der Nothwendigkeit derselben, wie auch davon vollkommen überzeugen, daß. ihm dieselbe im höchsten Grade abging. Wie durfte er hoffen, unter solchen Umständen auf dem neuen Wege etwas auszurichten? Und doch war die Lösung der ihin von der Gottheit gestellten Aufgabe eine gebieterische Pflicht. Aus diesem schwierigen Dilemma konnte ihn Ahron, der gewandte Redner, der ihm bis jetzt bei seiner Sendung an das Volk zur Seite ging, retten. Auf diese Weise trat Ahron als zweiter Faktor beim Erlösungswerke auf, eine Nolle, die ursprünglich dem Volke zugetheilt war. Diesen inneren Zusammenhang zwischen dem ersten und zweiten Abschnitte giebt 6, 10—14. An V. 9, in dem der Grenzpunkt des ersten Abschnittes liegt, schließen sich die Verse 10—13 an, die in anderen Ausdrücken die verschiedenen Uebergangspunkte zwischen den zwei Abschnitten bezeichnen. Diese Verse sind ein Fragment eines Berichtes, dessen ersten Theil, wie bereits oben bemerkt, wir früher zu pragmatischem Zwecke benutzt sahen. V. 10 und 11 bezeichnen den nun übrigen einzigen Weg; V. 12 die mit diesem Wege verbundenen Schwierigkeiten; V. 13 den

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.