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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1870-01-01 · Heft 4 · p. Seite 155

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
19 (1870)
Issue
Heft 4
Article
Beleuchtung einiger Stellen in Exodus 3, 1-15, 22
Date
1870-01-01
Page
Seite 155 (sequence 11)
Language
German
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Beleuchtung einiger Stellen in Exodus 3, 1—15, 22. 155 Ahron. Die Hoffnung, die sie auf die Mitwirkung des Volkes gesetzt hatten, war für immer dahin. Der Glaube an ihre göttliche Sendung war beim Volke ganz verschwunden, da seit ihrem Auftreten der traurige Zustand, weit entfernt, sich günstiger zu gestalten, vielmehr ein ganz unerträglicher geworden war. Die muthlose Stimmung der Gottesgesandten drückt der Pentateuch auf eine eigenthümliche Weife aus. Es werden schon hier (5, 22 und 23) die verzweiflungsvollen Klagen mitgetheilt, die Moses erst am Ende dieses Abschnittes, nachdem nämlich auch sein letzter Versuch (vgl. unten) gescheitert war, vor der Gottheit ausgeschüttet hat, und die Einen Theil des aus mehrerem Theilen bestehenden Berichtes ausmachen 1). Ahron ließ den Muth ף Wir halten dafür Istens daß 5, 22 und 23 und 6, 1 den ersten Theil eines größeren Berichtes enthalten, dessen übrige Theile in 6, 10—13 und 7, 1—6 gefunden werden; 2Lens daß dieser dreifachen Vertheilung pragmatische Tendenzen zu Grunde liegen: 3tens daß das in diesem Berichte mitgetheilte Faktum erst am Ende dieses Abschnittes, nämlich nach dem letzten erfolglosen Schritte, den Mose allein während dieser Periode gemacht hat (6, 9), stattgefunden hat (über die Bedeutung von 6, 2—9 vergl. Anm. 7). Diese Annahme stützt sich auf äußere und innere Gründe. . Daß 6, 1 nur eine Einleit,mg zu einem Aufträge enthält, wird wohl von Niemandem ernstlich bestritten werden. Wo ist mm der Auftrag? 6, 2—9 kann unmöglich, wie in Anm. 7 nachgewiesen wird, diesen enthalten. Dann, dem in 6, 10—3 mitgetheilten Aufträge fehlt die Einleitung, ein Umstand, der um so unbegreiflicher ist, als der Auftrag einem folgenschweren Ereigniste (6, 9) folgt. Man sollte erwarten, daß der abermaligen Aufforderung nach wiederholter schrecklicher Enttäuschung irgend welche Beruhigung vorhersehen mußte. Dieses geschieht nicht; vielmehr negirt die Aufforderung die jüngsten Ereignisse nicht allein, sondern sie setzt sich, durch das plötzliche Einfallen, außer allem Zusammenhänge mit den früheren Ereignissen über- Haupt; sie schwebt gleichsam in der Luft. Bedenkt man nun auch, daß auf den Einwand in V. 12 keine Erwiderung, noch eine der Aufforderung entsprechende Handlung folgt, so ist der fragmentarische Charakter dieses Berichtes unzweifelhaft. Eine ähnliche Erscheinung bietet 7,1—6 dar. ״Aehnlich"; denn dieser ist am Ende, wie der in 6, 1 im Anfänge, abgerundet, während der gedachte nach beiden Seiten hin eine fragmentarische Gestalt hat. Fügt ,nan aber diese drei Berichte in derselben Reihenfolge, in welcher

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