Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Beleuchtung einiger Stellen in Exodus 3, 1-15, 22
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 152 (sequence 8)
- Language
- German
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152 Beleuchtung einiger Stellen in Exodus 3, 1—15, 22. stehen. Mose giebt nun endlich jeden Widerstand auf. Es entspricht ganz dem großartigen Zwecke und dem Grundgedanken der Offenbarung am Horeb, me bereits oben angebeutet, daß die Besprechung so mancher Einzelnheit, deren Erledigung unbedingt vor dem Augenblicke, in welchem Mose an die Lösung seiner Aufgabe geht, stattfinden mußte, in dem Wechselgespräche keinen Platz findet. Solche Einzelnheiten wären: erstens das persönliche Verhältniß Mose's zu seinen mächtigen und einflußreichen Feinden in Egypten, die ja seine Flucht aus diesem Lande veranlaßt hatten; zweitens die nähere Angabe der Dauer des bevorstehenden Kampfes. Bei der großen Ueberwindung, die Mose die Aebernahme der gedachten Aufgabe gekostet, wäre ja, so sollte man meinen, die persönliche Gefahr, die seiner in Egypten wartete, ein neues hinreichendes Weigerungsmotiv. Jeder, dem die Antipathie der biblischen Darstellung gegen die Mittheilung von nicht sehr wichtigen Einzelnheiten der Befreiungsgeschichte bekannt ist, wird aus den gegebenen Notizen über die der Flucht vorhergehenden unerquicklichen Händel leicht entnommen haben, daß die bittere Feindschaft, die Mose sich kurz vor seiner Flucht zugezogen, hatte, sich nicht allein auf den nun verstorbenen König und die zwei direkt betheiligten Stammgenossen beschränkte, sondern daß sie vielmehr sich über einen nicht unbedeutenden, jedenfalls einflußreichen Theil seines Volkes erstreckt haben müsse. Ebenso sollte man erwarten, daß die nähere Angäbe der Dauer des bevorstehenden Kampfes schon darum nöthig gewesen wäre, weil bei der hartnäckigen Weigerung jeder erfolglose Schritt geeignet war, derselben neue Nahrung zu geben. Daß keiner dieser beiden Punkte in der Offenbarung am Horeb Berücksichtigung fand, ist nur dem überwältigenden Eindrücke der göttlichen Erscheinung und der Großartigkeit der gestellten Aufgabe zuzuschreiben. An individuelle rmd persönliche Hindernisse konnte Moses nicht denken; nur solche Weigerungsmotive konnten seine Aufmerksamkeit aus sich lenken, die in der Aufgabe