Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1870-01-01 · Heft 4 · p. Seite 150

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
19 (1870)
Issue
Heft 4
Article
Beleuchtung einiger Stellen in Exodus 3, 1-15, 22
Date
1870-01-01
Page
Seite 150 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2829132-2829388-2829393-2865041--12674-2865062
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

150 Beleuchtung einiger Stellen in Exodus 3, 1—15, 22. sie in eben so kurzen Worten die Aufforderung an Mose an, daß er sich sogleich mit der Verwirklichung dieses Entschlusses befassen möge, indem er, unter der gleichzeitigen Mitwirkung des Volkes*), bei Pharao die nöthigen Schritte thue. Ganz überrascht über die ihm unerwartet gestellte Niesenaufgabe, setzt Moses, ohne einmal das Nähere hierüber abzuwarten, seine Unzulänglichkeit entgegen. Wie sollte er einen mächtigen König zu einem solchen demüthigenden Schritte, und ein so niedergebeugtes Volk zu einer solchen heldenmüthigen That bewegen können? Doch läßt er sich bald nach einer Seite hin beruhigen; die Nichtigkeit des sogenannten mächtigen Königs wird ihm bald deutlich durch die Hinweisung auf die ihm sich nun offenbarende Allmacht, die feindlich gegen jenen Vorgehen will. Aber mit desto mehr Nachdruck weist er auf die Unmöglichkeit, sich der Mitwirkung des Volkes zu versichern. Wie ') Merkwürdig, wie die Commentatoren diesen Grundgedanken aus dem Auge verloren haben. Es ist wahr, in den Worten והוצא אח עמי 10 ,3) בכי ישראל ממצרים) an sich kann man dies nicht finden. Aber es liegt ja auf der Hand, daß die eigentliche Aufgabe, hier nur angedeutet, erst später (idiä. 16—19) ausführlich gezeichnet und commentirt wird. Und in diesem Commentar kommen ausdrücklich die Worte ושמעו לקלך ובאח 18 .ט) אחה וזקני ישראל אל מלך מצרים) vor, über deren Bedeutung, so sollte man meinen, kein Zweifel bestehen kann. Was sagen Diese aber anders, als daß die Aeltesten sich Mose bereitwillig anschließen ltitb tu Gemeinschaft mit ihm die Sendung erfüllen werden? Aber, selbst ohne dieses ausdrückliche Zeugnis;, mußte man auf diesen Gedanken kommen, weil sonst der ganze erste Abschnitt, und besonders das Wechselgespräch in der Erscheinung am Horeb, keinen rechten Sinn geben würde. Wozu die jetzige Sendung an das Volk? Um es zum Auszuge zu bewegen? Dieses würde es ja von selbst gerne thun, wenn es die Ueberzeugung erlangte, das; eine mächtige Hand ihm die Freiheit erobern möchte. Und diese Ueber- Zeugung konnte es auf demselben Wege gewinnen, auf welchem Pharao die Nothwendigkeit der Freilassung später einsah. Die Plagen wären viel eher als die betreffenden Zeichen, die Mose's göttliche Sendung darthun sollten, geeignet, dem Volke den Glauben an dieselbe beizubringen. Welcher: Sinn hätte nun die fortwährende Weigerung Moses', an die Lösung der Aufgabe zu gehen? Alles wird aber begreiflich, wenn die Sendung an das Volk den Zweck hatte, dessen Mitwirkung beim Erlösungswerke zu erlangen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.