Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Beleuchtung einiger Stellen in Exodus 3, 1-15, 22
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 149 (sequence 5)
- Language
- German
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Beleuchtung einiger Stellen in Exodus 3, 1—18, 22. 149 tarischen Charakter und dem ängstlich bittenden Tone des ersten Theiles der Offenbarung geschildert. Will die Exegese den Gedankengang derselben richtig fassen, so darf sie vor Allem diese Momente nicht unberücksichtigt lassen. Eine zweite Bedingung für das richtige Verständniß ist die Berücksichtigung von 6, 2—9 bei einem Th eile unserer Offenbarung. Freilich darf man sich nicht schmeicheln, mit diesen Mitteln alle dunklen Züge lösen zu können; einige werden wohl noch lange, wenn nicht für immer, ein undurchdringliches Geheimniß bleiben. Es ist aber auch nöthig, daß nran sich dieses eingestehe und nicht durch allerlei Eonjecturen das Unmögliche zu erreichen suche. Denn ein solches Verfahren wirkt sehr schädlich auf den gesunden exegetischen Sinn. Zu den unlösbaren Punkten zählen wir vor Allem den Unterschied zwischen dem Gottesbegriffe, der den: Tetragrammaton und der Bezeichnung שדי und אלהים zu Grunde liegt. Diejenigen Stellen, deren volles Verständniß von der Ergründung dieses Unterschiedes bedingt ist, dürfen nur insofern ein Objekt der Exegese sein, als sie nicht ein genaues Vertrautsein mit der religiösen Entwickelungsgeschichte jener Zeit voraussetzen. Es ist deutlich, daß der Pentateuch in V. 14—16 zu Zeitgenossen spricht, die keiner näheren Erklärung dieses Gegenstandes bedurften. Das Einzige, was sich, nach Berücksichtigunq von 6, 2—9, mit Gewißheit über die eben erwähnten zwei Verse sagen läßt, ist, daß der bis dahin herrschende, traditionelle Gottesbegrifs durch diese Offenbarung direkt oder, wahrscheinlicher, indirekt, etwa durch die Art und Weise der Offenbarung, irgendwie modificirt wurde. Nach diesen allgemeinen Vorerinnerungen gehen wir zu der übersichtlichen Darstellung des ersten Abschnittes über. In kurzen Worten kündigt sich die erscheinende Gottheit als die patriarchalisch traditionelle an. Unmittelbar hierauf theilt sie ihren festen Entschluß mit, sich des unterdrückten Volkes anzunehmen und es aus dem gegenwärtigen elenden Zustande zu befreien und nach dem gelobten Lande zu fuhren. Daran knüpft