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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1870-01-01 · Heft 3 · p. Seite 143

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
19 (1870)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1870-01-01
Page
Seite 143 (sequence 4)
Language
German
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Necensionen. 143 'obenbictunoch mit Syphilis verwechselt wurde, zu Rom und Neapel anrichtete, die gerechte Strafe der im scheußlichsten Fanatismus und in der thierischsten Wollust verkommenen Zeit. Wir sind, wie gesagt, durch die lichtvolle Darstellung des Vrf. von der Nichtigkeit seiner Ansicht vollkommen überzeugt, wenn derselbe auch mitunter die Widerlegung eines Gegners sich leichter!nacht, als erlaubt sein dürste. So entledigt er sich des Zeuger!, den Sprengel für den Marannenursprung der Lustseuche anführt, des Leo Africanus, einfach, indem er die ungeschickte Citirungsweise Sprengels benutzt. Denn sagt auch Leo Africanus an der von Spr. angeführten Stelle das Gegentheil von dem, was aus ihr bewiesen werden soll, so ist doch in Wahrheit auf diesen Leo Africanus die ganze Sage von dem marannischen Ursprung der Lustseuche zurückzuführen. Auch den! Vrf. ist die darauf bezügliche Stelle dieses Autors nicht frenrd, denn er nennt Gaskoin einen kritiklosen Schriftsteller, weil er dem ״verdächtigen Renegaten" Leo Africanus nacherzähle, das; eine spanische Flotille die jüdischen Familien nach einer christlichen Colonie in Afrika gebracht, daß diese Juden auf ihrer weitern - Reise nach Fez von n!aurische!r Eingebornen angefallen, geplündert und zum Theil niedergemetzelt worden, zum Thcil sich wieder zurück in die christliche Kolonie geflüchtet und dort gewaltsan! mit nassen Hadern zum Christenthum bekehrt worden sind, und daß diese Unglücklichen es gewesen sind, welche die Syph. in Afrika verbreitet haben. — Aber warum ist Dr. Gaskoin ״kritiklos"? weshalb der Renegat Leo Africanus ״verdächtig"? Cs wäre wohl jedenfalls gründlicher gewesen, wenn der Vrf. sowohl den ungeschickt citirenden Spr., als auch den geschickter citirenden Dr. G. durch eine Prüfung des Leo Africanus selbst zu widerlegen versucht hätte, was doch durch das apodictische Beiwort ״verdächtiger Renegat" wohl noch nicht geschehen ist. — Vielleicht könnte man dies etwa auf diesem Wege wagen. Wie aus allen, vom Vrf. citirten Ouellen jener Zeit hervorgeht, äußerte sich die Lustseuche zumeist in exanthematischen Hautäussch lägen, Pusteln, u. dgl., während die Juden jener Zeit in Folge ihrer unsäglichen Leide!; typhös afficirt waren. Und in der That giebt nur die Schilderung, welche uns ein Zeitgenosse, Sinarega *), von ihnen entwirft, eher das Bild einer solchen Krankheit, ״äiceres illos larvas; erant enim macilenti, pallidi, oculis intrinsecus י) Vgl. Graetz, Gesch. d. Jud., Bd. 8, S. 371 Anm.

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