Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Tract. Megilla, Absch. III, Mischna 9
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 136 (sequence 6)
- Language
- German
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136 Tract. Megilla, Absch. III, Mischna 9. ישמש עם אמיה. Diese Deutung ist nicht nur pure Willkür, sondem auch unrichtig, und beweist, wohin iu der Thora die Ab- Weisung der Tradition führen kann. Den Grund dieses Irrthums können wir uns leicht erklären. Bei Verleugnung der Ueberlieferung weiß man in der That nicht, was ערורת אביך besagen soll. Etwa Pedastrie? Das ist V. 23. . . . 121 וארח. Vater und Tochter? Dann müßte stehen עיור־} אביך או ערור־ן אמך. Nach der Tradition liegt der Schwerpunkt hier in!"ערור אמך, und wird int Talmud Syüh. 13 und 14 ausführlich behandelt, worauf wir Sachkundige verweisen könnett, ohtte hier speziell darauf einzugehen. Dagegen ist ערוו־ן ברחו in dieser Stelle gar nicht enthalten, und tvird בר־תו מאשדזו aus אשה וברתה und בתר מאגוסר־זו durch ג״ש הנה הנה interpretirt. Siehe Jebam 3 s.; Synh. 75 s. und 76s.; Keritot 5 s. Mit Recht werden die דיני ערמה in der Mischna Chagiga I נוב׳ תורה genannt. Wir könnten diese Beispiele itoch um Biele vermehren, glauben aber, an diesen Probeit genug zu haben. Nach dieser Erörterung kann es keinem Zweifel unterliegen, daß das R. Jos. gemeint hat: מבנה בעריות heiße eine solche Deutung machen, wie das z. B. — wir dürfen hier nur das kleine Wörtchen בנון suppliren — in oben erwähnter Weise mit קלון אביו וקלון אמו geschehen ist. Nach der Mischna wird einem solchen Ausleger Schweigen geboten, weil dies נלוו בניב! בתורה שלא בהלבה' ist. Eine weitere Strafe kann ihn nicht treffen, weil hier der eigentliche Sadttcäismus nicht erwiesen scheint, es ist nur בנוי eine freie Deutung, wie solche, wie oben nachgewiesen, iu der Agada auch bei dett Talmudisten nicht selten in Gebrauch war. Anders aber verhält es sich mit der folgenden Hälacha ומורעך לא תתן לאעברא בארמיותא .... --- ומורעך ובר. Ohne der von Herrn N. Brann hierzu gegebenen Erklärung irgeitdwie zu nah zu treten, können wir unser Befremden nicht verschwelgen, daß er hier ganz unerwähttt läßt, was von Rabb. Ascher, Lip. Heller, Bertinoro 1t. A. nicht unbeachtet geblieben ist, nämlich daß Ps. Jonathan diese Stelle in Wirklichkeit so hat, nur mit der geringen Variante בת עממין statt בארמירתא. Siehe Aruch 8. V. ארם. Auch hier scheint uns die Erklärung, wie sie der Talmud giebt, die zutreffende und richtige. Es ist richtig, daß