Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Eine Notiz zur Geschichte der Juden im byzantinischen Reiche
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 118 (sequence 2)
- Language
- German
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118 Eine Notiz zur Geschichte der Juden im byzantinischen Reiche. Söhnen unseres Volkes; er entweihete unser Gesetz, raubte ihr Geld und plünderte ihre Habe. Und wenn ein Jude vor ihn kam, war er ein Dorn in seinen Augen. Gott aber lachte sein, verdunkelte seinen Blick, verhärtete seinen Sinn und verstockte sein Herz, um Rache zu üben an seinem Widersacher. So zog dieser Theodoros, der Grieche, in den Kampf gegen den König 1 אשני). Dieser schlug die Menge seiner Reiter, nahm Theodoros gefangen und legte ihn in Fes- . fein. Darauf ließ der König zwei Juden rufen, zu denen er also sprach: ״״Gebet Ehre eurem Gotte, denn in meine Hand ist Theodoros, euer Feind, gefallen. Machet Nacht in seinen Augen und nehmet Rache an ihm"". Als die Juden nun Theodoros zu Boden warfen, stehete er sie an; sie erbarmten sich seiner und thaten ihn! Nichts. Da entbrannte der Zorn des Königs gegen sie, und er ließ sie von einem steilen Berge Hinabstürzen. Dem Theodoros aber ließ er die Augen ausstechen". Ohne Schwierigkeit erkennen wir in diesem Theodoros, den Griechen, den Fürsten von Epirus,Theodorus Angelus wieder, welcher am Ende des zweiten Decenniums des dreizehnten Jahr- Hunderts seinem Bruder Michael auf den Thron gefolgt war und fast 10 Jahre regierte. Er kämpfte glücklich gegen Peter von Courtenay (1217) und ließ sich nach der Eroberung von Thessalonike 2), der Hauptstadt Makedoniens, durch den Erzbischof von Bulgarien zunt Kaiser salben. Kurz darauf griff er auch das Gebiet des ihm bis dahin verbündeten Bulgarenkönigs Jo- Hannes, Sohnes des Asan 3), an, wurde jedoch von diesem nach hartem Kampfe geschlagen und gefangen. Zuerst wurde er standesgemäß behandelt. Als er aber einen Aufruhr anzustiften versuchte, ließ ihm der Bulgarenkönig die Augen ausstechen. Ein byzantinischer Historiker 4) betrachtet als Anhänger des Hauses der Lascaris dies als Strafe dafür, daß er die Kaiserwürde usurpirt habe, sowie der geringen Schonung wegen, welche er seinen schon ohnehin von Lateinern und Bulgaren bedrückten Landsh viel, unten Anm. 3. *) Nicephorus Gregoras histor. Byzant II, 2. cd. Bonn. 3) ib. I, c. 25. O *A&äv ’/wdvvi/c. *) 1. 1. II, 3, S. 28.