Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Beleuchtung einiger Stellen in Exodus 3, 1-15, 22
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 111 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2829132-2829388-2829392-2864970--12623-2865004- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Beleuchtung einiger Stellen in Exodus 8, I—15, 22. 111 Bibel nothwendig auf Pragmatismus in ihrem historischen Th eile schließen lasse. Und ein näheres Eingehen in einzelne historische Stellen hat diese Voraussetzung vollkommen bestätigt. Halten wir dieses fest; erinnern wir uns dabei der oben besprochenen schwierigen Erscheinungen, denen man in der Entwickelung der Befreiungsgeschichte begegnet; ziehen wir dann die Oertlichkeit dieser Erscheinungen in Betracht: und der einznschlagende Weg ist deutlich vorgezeichnet. Wo haben wir die, unserem Begriffe von Geschichtsschreibung so frenrden Erscheinltngen angetroffen? Gegen oder am Ende der Abschnitte; also gerade da, wo nach unserem Begriffe das rückblickende und resnmirende Subjekt am meisten znm Vorschein kommen müßte. Liegt hier nicht die Voranssetznng nahe, daß sich hinter diesen räthselhaften Erscheinungen pragmatische Elemente verbergen? Setzen wir vorläufig diese Vermuthnng als eine erwiesene Wahrheit, so ergeben sich hieraus mit Nothwendigkeit zwei wichtige Consegnenzen. Erstens können wir mit Gewißheit das Wesen des biblischen Pragmatismus bestimmt angeben. Derselbe unterscheidet sich von dem uns gelänsigen hierin, daß, während dieser sich rednerisch äußert, jener denselben Zweck ans indirektem, bildnerischem Wege zu erreichen sucht. Wir wissen dann, daß die Ideen, die Gedanken des den Ereignissen gegenüberstehenden Subjektes in der Bibel nicht in Ausdrücken, Wendungen und Periodenbau wiedergegebeu sind. Wir müssen daher zweitens dieselben aus der Gruppirung, den Proportionen und dem Kolorit, respektive aus der Vertheilnng, Anordnung und dem Tone zu lesen suchen. Mit Leichtigkeit dürften wir so im Stande sein, die oben berührten schwierigen Stellen zu enträthseln. Wir hätten dann die mitgetheilten Ereignisse eines jeden Abschnittes genau zu prüfen und uns einen richtigen Gesammteindruck zu bilden; eine Vergleichung desselben mit den dunklen Stellen am Ende des Abschnittes dürfte wohl der Schlüssel zu den Geheimnissen finden. Der Maßstab für die Richtigkeit der Lösung läge dann in der