Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Beleuchtung einiger Stellen in Exodus 3, 1-15, 22
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 110 (sequence 14)
- Language
- German
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110 Beleuchtung einiger Stellen in Exodus 3, 1—15, 22. Bedürfniß des darstellenden Subjekts, den historischen Faden für einen Augenblick fallen zu lassen, um sich durch einen Rückblick das zur Orientirung so nothwendige Resumd zu verschaffen. Und endlich 13, 17 und die erste Hälfte des Verses 18. Hier kommt, wie wir bereits gesehen haben, das erläuternde Element in so ausgeprägten Zügen an den Tag, daß man eher den Glosfator, als den Berichterstatter zu hören glaubt. Alle diese Momente sprechen unwiderlegbar für das Vorhandensein von Pragmatismus in unserer Partie. Sollen wir, so entsteht nun die Frage, sollen mir annehmen, daß der Pragmatismus dieser Partie sich auf die eben erwähnten wenigen Momente beschränkt, oder müssen wir vielmehr voraussetzen, daß dieselben nur den sichtbaren, kleinen Theil ausmachen? Der geschichtliche Stoff giebt wahrlich Veranlassung genug zu Betrachtungen und Erläuterungen, und zwar in vielen anderen Stellen noch mehr als in den eben erwähnten. Es ist also kein Grund vorhanden, Ersteres anzunehmen. Andererseits läßt sich der Umstand der Unsichtbarkeit der pragmatischen Momente in der Bibel gut erklären. Der biblische Geist, überhaupt von demjenigen verschieden, dessen Darstellungsmethode unsere Geschichtsschreibung befolgt, wird auch hinsichtlich dieses Punktes einen eigenen Weg folgen; sie wird eine andere Methode haben. Es möchte sich jetzt nur darum handeln, welchen Weg man einzuschlagen habe, um diese Methode zu ermitteln. Wir erwarten keine Einwendung, wenn wir behaupten, daß dies die Hauptaufgabe der heutigen Exegese sein müsse, will sie sonst endlich den schlüpfrigen Weg der Willkürlichkeit verlassen, auf den sie seit geraumer Zeit gerathen ist. Wir erwarten dieses bereitwillige Zugeständniß von Jeden:, nur von Denen nicht, für die das ehrwürdige hohe Alter oder der Charakter der Heiligkeit eines Schreibens ein hinreichender Grund ist, demselben jede planmäßige Einheit abzusprechen. In dem oben Auseinandergesetzten haben wir gezeigt, wie der unzweideutige Gesammtcharakter der