Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Beleuchtung einiger Stellen in Exodus 3, 1-15, 22
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 109 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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, Beleuchtung einiger Stellen in Ecodus 3, 1—18,22. 169 den Ereignissen nichts anderes, als einzelne Momente sich geschichtlich entwickelnder Ideen sieht, ist unmöglich das Werk des Zufalles, ist ohne Pragmatismus nicht denkbar. Dies im Allgenreinen. Fassen wir nun einzelne concrete Punkte, etwa unsere Partie, in's Auge. Nehmen nur für einen Augenblick mit manchem Bibelkritiker an, diese biblische Partie habe einen schlauen oder beschränkten Priester zum Redakteur gehabt, wir Hütten dann in unserer Befreiungsgeschichte eine Art historischen Romans. Nun, so viel Dichtung dieselbe auch enthalten würde, der Gruudzug wäre doch jedenfalls historisch wahr. Wir fragen nun: ist es denkbar, daß eine solche Leidens- und Befreiungsgeschichte eines Volkes, von einem Sprößling desselben dargestellt, keine Spur von Theilnahme enthalten sollte? Ein tendenziöser schriftstellerischer Priester ist ja auch Mensch, und als solcher besitzt er doch wenigstens einen Funken Gefühl. Es ist wahr, Gefühl bedingt auch keinen historischen Blick, noch weniger logische Schärfe, welche beide nothwendige Bedingungen eines regelrechten Pragmatismus sind. Aber nicht gediegener Praginatismus, sondern Pragmatismus überhaupt ist es, den man zu vermissen glaubt. Doch wir brauchen, was speciell unsere biblische Partei betrifft, uns nicht zu lange mit aprioristischen Betrachtungen aufzuhalten. Wir konnten bereits oben, bei der Auseinandersetzung der Schwierigkeiten, die die bewußten Stellen unserer Partie bieten, deutliche Spuren von Pragmatismus wahrnehmen. Wir erinnern zuerst an die prägnante Vertheilung des geschichtlichen Stoffes in vier scharf von einander äbgegrenzte Abschnitte. Dann kann man bei einigem aufmerksamen Lesen bemerken, wie direkt nach dem Schluffe der eigentlichen Genealogie (6, 25) die Persönlichfeit des Erzählers, wenn auch in erhabener Einfachheit und Bescheidenheit, in den Vordergrund tritt. Der bisherige Prosaton nimmt (V. 26 und 27) einen episch-rhythmischen Schwung. Ferner erkennt mau in 11, 10 leicht das sich nothwendig äußernde