Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Beleuchtung einiger Stellen in Exodus 3, 1-15, 22
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 104 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 100% known words query
- IRI
…/2829132-2829388-2829392-2864970--12616-2864997- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
104 Beleuchtung einiger Stellen in Exodus 8, 1—15, 22. wenn Mose die Gewißheit des nahen Endes schon hatte; mit anderen Worten: wenn die Offenbarung in 11, 1—3 ihm schon vor dieser Erwiderung zu Theil geworden war. Dieser aber kann die gedachte Annahme nicht zugeben; sonst würde ihr die Basis entrückt werden. Denn, daß die Offenbarung nicht nach dem feindlichen Abschiede stattgefunden haben kann, ist noch kein Grund anzunehmen, daß Moses sie während dieser Unterhandlung empfing; sie kann ihm ja vor jener Bewegung zu Theil geworden sein. Nur die Einschaltung kann als der zwingende Grund für diese Annahme betrachtet werden. Folglich muß der Zeitpunkt der Offenbarung erst nach der gedachten Erwiderung gesetzt werden, will man nicht auf die Schwierigkeit stoßen, warum sie nicht vor 10, 29 eingeschaltet worden sei. Dann aber müßte die Erwiderung, die doch auch diese Annahme berücksichtigen muß, als ein Ausfluß der Aufregung, in die das beleidigte Ehrgefühl versetzt worden, betrachtet werden. Diese Auffassung steht aber mit den deutlichen Textworten in einem grellen Widerspruch. Die Klippen dieser Annahme können allerdings gemieden werden, wenn man einen anderen Weg einschlägt. Nehmen wir einmal mit Anderen an, die betreffende göttliche Mittheilung sei Mose schon früher, gleichgültig in welchem Zeitpunkte, wenn nur vor jener Begegnung, zu Theil geworden. Die Bedeutung und der Grund der vorliegenden Einschaltung ließen sich dann nicht schwer finden. Ihr Zweck dürfte sein, Mose's Berechtigung zu den weiteren Ausführungen, wie wir sie in 11, 4—9 sehen, nachzuweisen. Wäre nun die nothwendige Erläuterung zwischen 28 und 29 eingefügt, so würde nicht nur die Erwiderung zu weit von ihrem natürlichen Platze entfernt stehen, sondern es würde auch auf den Leser, der mit Spannung den bisherigen Unter- Handlungen gefolgt ist, einen sehr unangenehmen Eindruck machen, wenn er nicht Mose direkt die Beleidigung kräftig zurückweisen sieht. Darum der Inhalt von V. 29, genau genommen, ein selbstständiges Moment in der Erwiderung bildet, so kann er