Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension] / A.
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 85 (sequence 5)
- Language
- German
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Recensionen. 85 Exils sich entwickelt hatte", soll die ganze Dekade des *P 91—100 in dieselbe nacherilische Zeit versetzen; wie auch die Fenn dieser Lieder sie als liturgische zeigt (S. 55). Da׳? ist Alles ganz richtig, aberin der Maec.-ZeiL war dieser Gedanke noch lebendiger geworden und auch das liturgische Bedürfniß vorhanden. In gleicher Weise wird aus 105 die Gleichzeitigkeit von 102—104 und 106—109 erwiesen. Za 104—107 sollen sogar eine Tetralogie bilden. Doch Hypothese auf Hypothese giebt noch immer keinen Beweis. Und eben darin erblicken wir einen Hauptfehler des vorliegenden Werkes, daß immer wieder außer Acht gelassen wird, wie die jetzige Anordnung der Lieder uns höchstens die Ansicht der Diaskeuasten über dieselbe, nie aber die historische Ai eibenfolge giebt. Manchmal wird das von Herrn E. selbst hervorgehoben, aber faktisch wird es nie beachtet. — *P 105 soll erst um 400—350 v. Ehr. gedichtet worden sein, und trotzdem ist er sofort in den Cultus ausgenommen worden? Ei, Herr E., da könnten ja auch Zur Maee.-Zeit Lieder für beit Tempeldienst direkt gedichtet worden sein? Daß aber alle diese Lieder einer Zeit angehöreu, soll außerdem durch die Gemeinsamkeit von 102 und 109 erwiesen werden. Diese nun besteht in ״nationalem Schmerze" und ״herznagendem Kummer"; ״in beiden der abgehärmte Leib, das Bild der unstäten Heimathlosigkeit, die elegische Stimmung, der das Leben כצל נטוי erscheint". Das ist aber wieder Alles so allgemein menschlich, daß noch heutzutage ein Dichtergemüth, auch obne Kenntniß der Psalmen, so empfinden dürste! Die zur triumphirenden SiegeSfrendigkeit sich stetgerade ״Zuversicht auf des Ewigen Kraft" wiederunt muß sich bei jedem jüdischen Dichter finden, da das Grundzug des jüd. Glaubens ist. Daß Jes. 59, 17 nachgeahmt ist, beweist Nichts für die Zeit, daß ניעט, wie in Kohet. flectirt wird, könnte uns nur veranlassen, eine möglichst späte Abfassung anzunehmen. — Abschnitt IV (L. 60—65). ״Fnnere Zeugnisse für das Vorhandensein des otheiligen Psalterinm zur Zeit der Ehronik", liefert den. Beweis, daß der Chronist die Doxologien schon als Bestandtheile der Lieder angesehen, also schon lange nach der Nedaktion gelebt habe. Dagegen führen wir Delitzsch au, der es zugiebt, daß auch nach Schluß des Canon Einschaltungen möglich geweselt seien 1). Daß der Chronist aber auch das 5. Buch gekannt, dafür folgen die Belege in Abschnitt V (S. 66—76). Wir gestehen es gern zu, daß W 132 von II. Ehr. 6, 41 benutzt worden, da die Stufengesänge überhaupt nach- ') Herzog, Encyclop. Psalmen S. 273.