Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Zeit des Königs Chiskija und der zeitgenössischen Propheten
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 62 (sequence 14)
- Language
- German
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62 Die Zeit des Königs Chiskija unmittelbarer Thronfolger vorhanden. Sem Tod ließ eine einreißende 3ln<u׳d)ie nnd Parteizwiespalt befürchteu, ivelche dem Eroberer zn Gnte gekommen waren. Diese tödtliche Krankheit des Königs steigerte wieder die Verzweiflung der hauptstädtischen Bevölkerung Am ineisten war der Propheten- und Sängerkreis, der seine ganze Stütze in dem frömmelt König hatte, bei der Anssicht ans den Tod desselben untröstlich. Die Stimmung, welche damals in diesem Kreise herrschte, geben einige Psalmen in greifbarer Anschaulichkeit wieder, in Klagen und Gebeten um Abwendung der KriegSnoth und Erhaltung des Königs^). ״Tage zu den Tagen des Königs füge hinzu, mögen seine Jahre wie die Geschlechtesalter und Geschlechtesalter sein." lim so größer war der Jubel bei seiner Genesung. Nicht bloß er selbst dankte seinem Gotte in schönen Versen dafür, daß Er, um des Volkes Willen, ihn am Leben gelassen und das Bittere ihm in Glück verwandelt hat sj, sondern auch ein Psalmist: ״Den Wunsch des Königs hast Du ihm gewährt, und die Bitte seiner Lippen hast ') Es ist unbegreiflich, wie die Ausll. auch nur daran zweifeln konnten, ob Chiskija's Krankheit inmitten der KriegSnoth gefallen sei. 38, 6 sagt cs deutlich. Jes. kündigt ihm zugleich Genesung und Errettung vom Feinde an: ומכף מלך אשור אצילך ואת העיר הזאת וגנותי על העיר הזאת, gerade so wie 37, 35: וגנותי על העיר העיר הזאת להושיעה. Richtig stellt Josephus Altcrthh. X 2, 1, wahrscheinlich nach einer agadischcn Tradition, dar, daß Chiskija'S Betrübniß in seiner Krankheit nur dcßwegeu so groß gewesen sei, weil er damals kinderlos war und ihn der Gedanke gequält habe, sein Haus leer und die Herrschaft ohne Nachfolger hinterlassen zu müssen. Es läßt den König in seinem Gebet den Gedanken aussprechen, Gott möge ihn nur so lange am Leben lassen, bis er Vater geivordeu sei, und Jesaia läßt er durch Gottes Mund die Hoffnung verkünden: daß ihm 15 Jahre zum Leben hinzugefügt worden und daß ihm Kinder geboren werden würden. ») Ps. 60, 61 vergl. Monatsschr. Jahrg. 1869, S. 57 fg. הנה לשלום מר לי מר ף in Chiskija's Gebet Jes. 39, 17 wird gewöhnlich falsch überseht. Da? zweite מר ist Verbum ailj. Kal. von המיר — מור und bedeutet ״vertauscht sein", kommt auch im Talmudischen vor כמר ״in Tausch".