Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Zeit des Königs Chiskija und der zeitgenössischen Propheten
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 61 (sequence 13)
- Language
- German
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und der zeitgenössischen Propheten. 61 In dieser Lage sandte der König Chiskija dieselben drei hochsten Würdetrüger zum Propheten Jesaia, daß er die entschwundene Hoffnung wieder beleben möge. Mit derselben Zuversicht, wie vor dem Beginne des Krieges antwortete er, sich nicht der Verzweiflung zu überlassen, und nichts zu fürchten: ״der König von Assyrien wird eine Nachricht erhalten, in sein Land zurückkehren und in demselben durch's Schwert umkommen". — Eine geringe Erleichterung für die Belagerten trat durch eine Digression von Aegypten aus ein. Der König Tirhaka, der durch falsche Vorspiegelungen Juda zu diesem Kriege aufgestachelt hatte, ohne bisher den verheißenen Beistand zu leisten, hatte sich endlich entschlossen, mit seinem Heere aufzubrechen, um Sanherib entgegenzuziehen. Bei der Nachricht davon, mußte der assyrische Eroberer seine militärische Mittel conzentriren und die Belagerung von Jerusalem und Lachisch zeitweilig aufheben. Nabschake wurde in's Lager des Großkönigs entboten. —■ Als sich die Bevölkerung von Jerusalem der Freude überließ, der Geißel los zrr werden, trafen Briefe vonr Feinde ein, welche neuen Hohn enthielten, den König Chiskija abermals arrfforderten, sich ruid die Stadt auf Gnade und Ungnade zu ergeben. Abermals beruhigte der große Prophet die Verzagten; er prophezeite mit eindringlichen und höhnischen Worten gegen den Feind: ״Sanherib werde nicht in die Stadt eindringen, keinen Pfeil darauf abdrücken, nicht mit Bollwerk und Wall sie angreifen, sondern auf demselben Wege, auf dem er gekommen, wieder abziehen. Gott iverde die Stadt nur Seinet- und Davids willen schützen". Als man sich in Jerusalem der Hoffnung auf einen glückliehen Ausgang des schweren Krieges zu überlassen anfing, trat ein betrübender Zwischenfall ein. Der König Chiskija, dessen Standhaftigkeit in der Noth nächst der des Propheten Jesaia Jerusalem bewahrt hatte, daß es noch nicht Smnaria's Loos traf, erkrankte plötzlich so schwer, daß sein Tod als gewiß bevorstand. Er war damals höchst wahrscheinlich noch ledig, und also kein